Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Botulinumtoxin Typ A - Jetzt auch zur Behandlung der überaktiven Blase zugelassen

19.02.2013. Gute Nachrichten für Patienten, die unter einer überaktiven Blase leiden: Mit der Zulassung von Botulinumtoxin Typ A zur Behandlung der sogenannten idiopathisch überaktiven Blase bei erwachsenen Patienten, die auf Anticholinergika-Tabletten nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, steht nun eine weitere Therapieoption zur Verfügung. Die Neuzulassung basiert auf internationalen Phase-III-Studien namens EMBARK, in die über 1.100 Patienten eingeschlossen waren.

Das Syndrom der überaktiven Blase ist weit verbreitet, geht mit überfallartigem Harndrang mit und ohne Urinverlust, häufigem, auch nächtlichem Wasserlassen einher und kann die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Privat- und Berufsleben, Sexualität und Schlafqualität können beeinträchtigt werden. Schamgefühl quält viele Betroffene, der Verlust des Selbstbewusstseins und Depression drohen. Mit dem Einsatz von Botulinum Toxin A-Injektionen in den Blasenmuskel kann ein entscheidender Fortschritt in der Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.

 

Das Nervengift Botulinumtoxin, das von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird, findet in der Medizin vielfältige therapeutische Anwendung und ist in der Öffentlichkeit vor allem als Wirkstoff zur Faltenglättung bekannt. In der Urologie wurde Botulinumtoxin Typ A bereits 2011 zur Behandlung der neurogenen Blase infolge von Rückenmarksverletzung und Multipler Sklerose zugelassen. „Durch die Indikationserweiterung auf die überaktive Blase kommt der innovative Wirkstoff nun bedeutend mehr Patienten zugute“, sagt Prof. Dr. Sabine Kliesch, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.. Die Neuzulassung bedeute eine enorme Verbesserung in der Versorgung urologischer Patienten.

 

Botulinumtoxin Typ A wird an ausgewiesenen Zentren unter örtlicher Betäubung direkt in die Harnblase gespritzt und bewirkt eine partielle Lähmung der Blasenmuskulatur, was den Druck in der Blase verringert und Symptome wie häufigen und unwillkürlichen Harndrang über mehrere Monate reduziert oder völlig unterbindet.

 

Ausführliche Aufklärung und Beratung erhalten Betroffene bei ihrer behandelnden Urologin oder ihrem Urologen.

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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