Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Münster: Suche nach dem fittesten Spermium für die künstliche Befruchtung

06.02.20123. Bei ungewollter Kinderlosigkeit ruht für viele Paare die letzte Hoffnung auf den verschiedenen Methoden einer künstlicher Befruchtung: Dafür werden männliche Samen bislang nur unter dem Mikroskop auf ihre Beweglichkeit und Morphologie hin untersucht, um die vitalsten für eine künstliche Befruchtung auszuwählen. Jetzt haben Forscher aus Münster ein neues Verfahren entwickelt, mit dem außerdem überprüft werden kann, ob die DNA-Stränge der Samenzelle intakt sind.

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Dazu untersuchen die Wissenschaftler das Spermium mit einem Raman-Spektrometer, das mit Laserlicht arbeitet. Dieser neue Spermiencheck soll den Erfolg von künstlichen Befruchtungen erhöhen. 

Bei dem neuen Verfahren untersuchen die Wissenschaftler die Samenzelle mithilfe mehrerer Laser, ohne sie zu schädigen. Nach der Untersuchung wird sie direkt in die Eizelle injiziert. Diese Variante der künstlichen Befruchtung, intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) genannt, wird seit rund 20 Jahren praktiziert. Da bei ICSI nur ein ausgewähltes Spermium injiziert wird, ist es von Bedeutung, dass es besonders fit ist, um die Eizelle zu befruchten. 

Heute beträgt die ICSI-Erfolgsquote bei Kinderwunsch rund 25 Prozent, nach etwa jeder vierten Spermieninjektion kommt ein Baby zur Welt. „Mit dieser Methode hätten wir die Chance, bei Paaren, bei denen aufgrund einer erheblich eingeschränkten Samenqualität die Behandlung oftmals erfolglos bleibt, aus den wenigen Samenzellen die intakten zu identifizieren. Damit wäre eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Baby-Take-Home-Rate auch dieser Paare um einige Prozent zu erhöhen“, ist sich die Andrologin Prof. Dr. Sabine Kliesch von der Universität Münster sicher, deren Arbeitsgruppe das neue Verfahren beim Europäischen Andrologiekongress in Berlin 600 Experten vorgestellt hat. 

Text: ing DGU/BDU-Pressestelle

 


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