Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Starke Muskeln - schlaffe Potenz - Neue Studie zeigt hohes Risiko: Missbrauch von Anabolika verursacht Testosteronmangel

08.11.2013. Bluthochdruck, Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Arteriosklerose, Schlaganfälle, Leber- oder Nierenversagen, Aggression, Depression, Steroid-Akne - und Testosteronmangel: Die Liste der Langzeitfolgen durch Missbrauch von Anabolika ist lang und die Gefahren sind den meisten Kraftsportlern bekannt. Trotzdem wird auch in deutschen Fitness-Studios, besonders im leistungsorientierten Bodybuilding, der Muskelzuwachs durch Einnahme von anabolen Steroiden unterstützt.

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Das Risiko scheint höher zu sein als bisher angenommen. Eine aktuelle Studie der Urologischen Abteilung des Baylor College of Medicine in Houston zeigte jüngst einen eklatanten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Anabolika und  dem Auftreten  eines Testosteronmangels, der zu Impotenz führt.

Bereits 2011 hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) vor den urologischen Folgeerkrankungen durch die Einnahme anaboler Wirkstoffe gewarnt. Vor allem Kraftsportler riskierten dadurch Impotenz und Unfruchtbarkeit. Wie hoch das Risiko ist, zeigten nun die amerikanischen Wissenschaftler um Robert Coward. Grundlage ihrer Untersuchung war die Beobachtung, dass zunehmend bereits junge Männer unter 45 Jahren einen zum Teil deutlichen Mangel des wichtigsten männlichen Geschlechtshormons, des Testosterons (Hypogonadismus) aufweisen. Um herauszufinden, inwieweit der Missbrauch von Anabolika dazu beiträgt, haben die amerikanischen Urologen die Krankenakten von 95 Patienten analysiert. Das überraschende Ergebnis: 43 Prozent der Männer hatten schon einmal anabole Steroide verwendet. Unter den Männern mit sogenanntem hypogonadotropen Hypogonadismus, der auf einer Störung der Hypophyse beruht, waren es sogar 55 Prozent. Um noch genauere Informationen zu bekommen, wurde ein anonymisierter Fragebogen erstellt, der an alle derzeit am Baylor College mit Testosteron behandelten Hypogonadismus-Patienten verschickt wurde. Von den 382 Befragten gaben 21 Prozent einen Anabolikakonsum an. Je jünger die Männer, desto größer die Wahrscheinlichkeit dafür. In 75 Prozent der Fälle spielte das Steroid Nandrolon eine Rolle, das durchschnittlich 14 Monate lang konsumiert worden war. 

Ein Großteil der Hypogonadismus-Patienten, der die Einnahme anaboler Steroide beendet, hat nach Meinung von Robert Coward und seinen Kollegen zwar gute Chancen, dass sich der Testosteronspiegel innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder erholt und zum Ausgangswert zurückkehrt. Doch DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch warnt:  „Ob die eigene Hormonproduktion wieder einsetzt, hängt im Einzelfall von den verwendeten Substanzen ab“. Für die Praxis empfehlen die Studienautoren ausdrücklich, junge Männer erst einmal auf Anabolikamissbrauch zu screenen, bevor man ihnen Testosteron verschreibt.

(fm)


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