Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 29. August 2018

Neue Studie: Lange und gut leben – trotz Prostatakrebs

05.03.2018. Die Diagnose Prostatakrebs ist für jeden betroffenen Mann ein Schock und wirft viele Frage auf. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass die Lebensqualität von Prostatakrebs-Patienten gleich gut ist wie die von altersgleichen urologischen Patienten ohne eine Krebserkrankung. 536 Männer mit Prostatakrebs erhielten eine Androgendeprivations-Therapie mit Leuprorelinacetat in Mikrokapseln im Schnitt für 8,6 Jahre – im Einzelfall bis zu 19,8 Jahre bei vergleichbarer Lebensqualität zu den Patienten ohne Prostatakrebs.

Die Lebensqualität von Männern mit Prostatakrebs, die sich einer langjährigen Therapie mit Leuprorelinacetat in mikroverkapselter Form unterziehen, ist vergleichbar mit der gesunder, altersgematchter Männer. Dies hat eine aktuelle Studie unter 536 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom ergeben. Die Patienten wurden über einen sehr langen Zeitraum mit dem Wirkstoff therapiert, ein Patient erhielt das Medikament über fast 20 Jahre.

Die medikamentöse Androgendeprivation ist die Standardtherapie bei Patienten mit einem fortgeschrittenen oder metastasierten hormonabhängigen Prostatakarzinom. Dennoch gab es bislang keine belastbaren Daten zur Wirksamkeit der Therapie und zur Lebensqualität der Patienten im Vergleich zu altersgematchten Kontrollpatienten über einen langen Zeitraum. Eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. med. Peter Hammerer vom Klinikum Braunschweig und Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth vom Uniklinikum Dresden hat nun erstmals die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom untersucht, die sich einer langjährigen Androgendeprivationstherapie unterzogen haben.

Für die Studie wurden insgesamt 536 Patienten befragt, die wegen eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms seit mindestens 5 Jahren mit Leuprorelinacetat in mikroverkapselter Form behandelt werden. Vergleichsgruppe waren 116 Kontrollpatienten über 77 Jahre, die sich in urologischer Behandlung befanden, aber kein Karzinom aufwiesen und sich keiner Androgenenzugstherapie unterziehen. Durchschnittlich 8,6 Jahre dauerte die Therapie bei den untersuchten Patienten, ein Patient wurde über 19,8 Jahre mit Leuprorelinacetat behandelt.

Hohe Lebensqualität


Die Lebensqualität wurde sowohl von PCa-Patienten als auch von der Kontrollgruppe mit einem Karnofsky-Index von 88 als hoch bewertet. Der Karnofsky-Index dient zur Bewertung der symptombezogenen Einschränkung von Aktivität, Selbstversorgung und Selbstbestimmung bei Krebspatienten. Ein Index von 100 bedeutet zum Beispiel, dass der Patient keinerlei Beschwerden hat und keine Zeichen einer Krankheit zeigt. Ein Index von fast 90 bedeutet, der Patient ist zu normaler Aktivität fähig und zeigt kaum oder geringe Symptome. Mit 64,6 (100=gut, 0=schlecht) bewerteten die Krebspatienten ihren allgemeinen Gesundheitszustand nur geringfügig schlechter als die Vergleichsgruppe (66,8). Lediglich bei den Symptomen Müdigkeit und Schlaflosigkeit fiel die Bewertung der Krebspatienten signifikant schlechter aus. Zudem zeigten die PCa-Patienten eine deutlich geminderte Sexualität und sexuelle Funktionalität. Zu berücksichtigen ist dabei aber die Tatsache, dass sich 163 der 536 untersuchten Patienten bereits einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die PCa-Patienten weniger Symptome des Harntrakts und stärkere Symptome durch den Hormonentzug auf. Zudem hatten sie einen höheren Bedarf an Kontinenzhilfen.

Bei der emotionalen Verfassung und der sozialen Funktionalität zeigten sich nur marginale Unterschiede zwischen PCa-Patienten und der Kontrollgruppe.

Gute Wirksamkeit

Die Studie lieferte auch retrospektive Daten zur Wirksamkeit der Therapie: Bereits sechs Monate nach Beginn der Therapie war der mediane PSA-Wert um mehr als 90 Prozent gesunken und blieb bis zu 13 Jahren auf diesem niedrigen Niveau. Der mediane Testosteronspiegel lag nach den ersten sechs Behandlungsmonaten deutlich im Kastrationsbereichniveaus und verblieb dort bis zur aktuellen Visite.

Auch die Verträglichkeit des Medikamentes wurde von den behandelnden Ärzten, insgesamt beteiligten sich 30 urologische Praxen aus dem gesamten Bundesgebiet, positiv beurteilt. Mehr als 99 Prozent der Ärzte bewerteten die Verträglichkeit als „gut“ bis sehr „sehr gut“.

„Unsere Analyse der Daten aus urologischen Praxen bestätigt eindrucksvoll, dass die Langzeitthearpie mit Leuprorelinacetat in Mikrokapseln eine wirksame, verträgliche und vor allem belastungsarme Option für Patienten mit fortgeschrittenem hormonsensitiven Prostatakarzinom ist“, so Prof. Dr. med. Peter Hammerer.

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