Interview mit Dr. Roland Zielke (06.06.2016)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 06. Juni 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

Im Interview: BDU-Geschäftsführer Dr. phil. Roland Zielke

Herr Dr. Zielke, die ersten Monate als BDU-Geschäftsführer liegen hinter Ihnen: Sind Sie in der Urologie angekommen?  

Die ersten Monate waren sehr interessant. Ich konnte erste Einblicke in die fachspezifischen Fragestellungen der angestellten und niedergelassenen Urologinnen und Urologen gewinnen und lerne derzeit immer neue Aspekte und Herausforderungen der täglichen urologisch-fachärztlichen Tätigkeit kennen. Das „Ankommen“ in der Urologie wird für einen Geisteswissenschaftler wie mich hierbei immer seine Grenzen haben. Gleichzeitig ergeben sich viele Ansätze, die eigene verbandspolitische und strategisch-kommunikative Expertise in enger Zusammenarbeit mit den Präsidiumsmitgliedern in den Berufsverband einzubringen.  

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem BDU-Präsidium?

Mit der erstmaligen Besetzung der Position eines hauptamtlichen Geschäftsführers hat das Präsidium die BDU-Strukturreform weiter umgesetzt und nutzt die satzungsgemäße Möglichkeit, seine Arbeit zukünftig breiter aufzustellen. Stellen sich mir Verständnisfragen zum bisherigen Verbandsleben und der Präsidiumsarbeit, so stoße ich bei den Mitgliedern des Präsidiums jederzeit auf offene Ohren und die hohe Bereitschaft, einem Nichtmediziner die fachspezifischen Aspekte der Urologie verständlich zu machen. Dies hat mir in den ersten Wochen die Arbeit selbstverständlich sehr erleichtert. Die Zusammenlegung der bisher getrennten Geschäftsstellenstandorte wird der nächste Schritt sein, die Zusammenarbeit von Präsidium und Geschäftsführung auszubauen und weiterzuentwicke3. Sie kommen vom Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) und kennen die Verbandsarbeit: Was macht einen erfolgreichen Berufsverband aus? Erfolgreiche Verbandsarbeit basiert auf einem fassbaren Selbstverständnis, einer klaren berufspolitischen Zielsetzung sowie einer offenen Dialogkultur. Darüber hinaus ist es wichtig, die eigene Arbeit kontinuierlich zu hinterfragen: Sind alle angewandten Instrumente und Methoden der täglichen Verbandsarbeit sinnvoll? Gibt es neue inhaltliche oder organisatorische Herausforderungen? Welche Serviceangebote sind zeitgemäß? Wenn man sich diese Fragen immer wieder stellt und Strukturen und Abläufe kontinuierlich zu verbessern sucht, schafft man die Grundlage für eine erfolgreiche berufspolitische Verbandsarbeit. 

Die politische Kommunikation wird ein wichtiger Teil Ihrer Aufgabe für den BDU sein: Was sind hierbei die Herausforderungen? 

Die vertrauten Strukturen in der Fachärzteschaft befinden sich seit einiger Zeit in einem nachhaltigen Veränderungsprozess. Niemand kann heute wirklich abschätzen, wie diese Strukturen in Bezug auf ambulant/stationär sowie angestellt/niedergelassen in 5, 10 oder 15 Jahren aussehen werden. Die Aufgabe eines Berufsverbandes ist es hierbei, diesen Veränderungsprozess im Sinne seiner Mitglieder kritisch zu begleiten. Eine offene Dialogbereitschaft einerseits aber auch die Bereitschaft, gegebenenfalls Kontroversen mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen konstruktiv auszutragen sind wesentliche Elemente der berufspolitischen Arbeit. Gerade die aktuelle Diskussion zur GOÄ-Reform zeigt, dass eine selbstbewusste Kommunikation durch den Berufsverband dringend geboten ist. 

Welche Unterstützung und Serviceangebote können die BDU-Mitglieder zukünftig erwarten? 

Verbandsarbeit besteht selbstverständlich nicht nur in der Wahrnehmung der berufspolitischen Interessen, sondern umfasst zugleich umfangreiche Serviceangebote an die Mitglieder. Aktuell stellt sich der Berufsverband zu diesem Thema strategisch neu auf. Kernpunkt ist die Frage: Was macht die Mitgliedschaft im Berufsverband attraktiv? Es werden hierbei alle inhaltlichen und strukturellen Optionen hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung des Berufsverbandes im Sinne eines modernen Dienstleisters für seine Mitglieder diskutiert. Im Ergebnis wird ein umfassender Katalog von Serviceleistungen bereit stehen, der die Attraktivität einer Berufsverbandsmitgliedschaft für die ambulant und stationär tätigen Urologinnen und Urologen deutlich unterstreicht. 

Wie lautet Ihr Fazit nach den ersten Monaten als Geschäftsführers des Berufsverbands? 

Die Zusammenarbeit mit den Mandatsträgern und den in den Gremien aktiven Mitgliedern ist bisher durchweg positiv und sehr konstruktiv. Ich kann sagen, dass ich für meinen Schritt in die Geschäftsführung des Berufsverbandes tagtäglich Bestätigung finde und mich auf die kommenden Herausforderungen für den BDU freue. 

Interview: BDU-Pressestelle