Interview mit Dr. med. Stephan Fenske (Juni 2012)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 12. Juni 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Im Gespräch mit Dr. Stephan Fenske

6 Fragen an Dr. med. Stephan Fenske

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. med. Stephan Fenske. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Cottbus und 1. Vorsitzender des BDU-Landesverbandes in Brandenburg.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Dr. Fenske: Mit 21 Jahren bin ich 1978 als pflegerische Hilfskraft in der Urologischen Klinik Cottbus (mit poliklinischer Abteilung) angestellt worden. Wegen der interessanten Kombination aus operativer und ambulanter Tätigkeit hat mir das damals noch recht kleine und übersichtliche Fachgebiet sofort gefallen. Da es bis 1988 bei uns keine Kinderchirurgie gab, wurden alle Knaben mit urologisch-chirurgischem Krankheitsbild ab dem 3. Lebensjahr durch die Urologen operiert.  Somit bot die Urologie auch ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Patientengut. Das waren für mich die wichtigsten Gründe Urologe zu werden und 1991 als erster Kollege Südbrandenburgs in die Niederlassung zu gehen.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Dr. Fenske: Einfach die Notwendigkeit etwas zu tun und mitzugestalten. Seit dem Jahr 2000 bin ich Mitglied des Berufungsausschusses der KV Brandenburg. Hier werden sehr wichtige Entscheidungen über Ermächtigungen, Neuzulassungen oder den Sonderbedarf in der ambulanten Versorgung getroffen. Im Jahr 2009 wurde ich zum 1. Landesvorsitzenden des BDU im Land Brandenburg gewählt. Zuvor war ich drei Jahre 2. Landesvorsitzender. Niemals waren die Zeiten so unruhig wie derzeit. In kürzesten Abständen werden berufspolitische und honorarpolitische Entscheidungen pulverisiert.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Dr. Fenske: Hochaktuell ist immer die angespannte Honorarsituation in Brandenburg. Die sehr hohe Altersstruktur unserer Bevölkerung führt zur höchsten Morbidität in Deutschland. Tendenz weiter steigend. Seit dem 3. Quartal 2009 sinken trotz ständig steigender Scheinzahlen, zurzeit fast 1.700 urologische Patienten pro Quartal, unsere Honorare im GKV-Bereich. Die Onkologievereinbarung ist ebenfalls seit Jahren ein stets aktuelles Problem. 54 der 75 niedergelassenen Urologen besitzen die Genehmigung zur Abrechnung onkologischer Leistungen.  Die Unruhe, wie es weiter geht, ist groß.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Dr. Fenske: Neben der Festigung einer stabilen Honorarsituation im niedergelassenen Sektor steht für mich die enge Kooperation zwischen den ambulanten und stationären Kollegen im Vordergrund. Und jeder, der mich kennt, weiß, dass das keine leere Worthülse ist. Diese enge Kooperation ist in fast allen Regionen Brandenburgs Realität.  Viele Kollegen sind eng miteinander befreundet, organisieren gemeinsam Symposien und fahren regelmäßig zusammen in den Urlaub. Als kleinste Fachgruppe haben wir nur eine Möglichkeit zu bestehen: Wir müssen zusammenhalten! Wie auch die Wahlen zur letzten Vertreterversammlung der KV beweisen, sind die Stimmen der ermächtigen Chef- und Oberärzte wichtig, um in diesem Gremium Urologen zu etablieren.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?

Dr. Fenske: Keine Ahnung. Eigentlich müsste ich längst an einem Burn-out-Syndrom leiden. Wenn es mal zu dick kommt, fahre ich unmittelbar nach der Sprechstunde in den Wald auf den Hochstand. Dort draußen hat man keine Chance, auch nur eine Minute über Patienten oder Berufspolitik nachzudenken.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Dr. Fenske: Der betriebswirtschaftliche und berufspolitische Papierkram nimmt einen wichtigen Teil meiner Freizeit in Anspruch. Gott sei Dank kann ich allerdings, sobald ich das Ortsausgangsschild von Cottbus passiert habe, völlig abschalten. Skifahren und Fußball spielen stehen dann meist im Vordergrund. Da ich auch sehr gern koche, finde ich hierbei am Wochenende zu Hause etwas Entspannung.