Interview mit Dr. med. Stefan Mohr (Juni 2012)

Kontakt

DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers &
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 4 82 72 87
Fax: 040 - 79 14 00 27
redaktion(at)bettina-wahlers.de

Schlagworte: Mitglieder BDU, Interview, Mitglieder DGU
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 12. Juni 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Im Gespräch mit Dr. Stefan Mohr

6 Fragen an Dr. med. Stefan Mohr

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. med. Stefan Mohr. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Ilmenau, Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Thüringen und im BDU-Sachausschuss Mitgliederservice aktiv.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Dr. Mohr: Bereits als Student hat mich am Fach Urologie der vielfältige Einsatz von minimalinvasiven diagnostischen und therapeutischen Verfahren begeistert, dies war in den 80er Jahren bis dato in keinem anderen medizinischen Fachgebiet so konsequent und zielstrebig umgesetzt worden. Weiterhin arbeitet der urologische Facharzt auf den ersten Blick in einem relativ klar strukturierten und überschaubaren Organgebiet, so dass man über ein intensives Spezialwissen verfügt. Auf der anderen Seite ermöglicht die Urologie eine vielfältige interdisziplinäre Vernetzung mit zusätzlichen Aufgabengebieten - wie Onkologie, Nephrologie, Mikroskopie und Zytologie, Andrologie, Mikrobiologie, Röntgen, Männerarzt (Metabolisches Syndrom, Sportmedizin), Urogynäkologie, Urodynamik, Spermiogramm, Infektiologie, Psychosomatik und geriatrische Urologie.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Dr. Mohr: Schon bald interessierte ich mich für berufspolitische Fragestellungen in Zusammenhang mit der täglichen urologischen Arbeit. Hierbei zeigte sich, dass nur durch eine zielstrebige Berufspolitik die komplexen und schnelllebigen Veränderungen der Medizin und Gesundheitspolitik sowohl für die Ärzte als für die Patienten sinnvoll und demokratisch umgesetzt werden können. Durch die Arbeit im Berufsverband und in den entsprechenden Gremien ist man immer mit den aktuellsten Problemen konfrontiert und kann dann im Team nach und nach problemorientierte Lösungen erarbeiten. Dies ist oftmals auch mit bürokratischer Sisyphusarbeit verbunden, aber letztendlich freut man sich über die kleineren oder auch gelegentlich größeren Erfolge.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Dr. Mohr: Bei der berufspolitischen Arbeit in Thüringen bemühen wir uns seit Langen um eine kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen und stationär arbeitenden Urologen. Dies spiegelt sich sowohl in der täglichen Arbeit, als auch in der Planung und Organisation von regionalen Fortbildungsveranstaltungen und Online-Meetings wieder. Zu diesem Zweck haben wir vor 15 Jahren den Arbeitskreis Urologische Onkologie Thüringen gegründet, welcher seitdem vielfältige urologische und onkologische Fragestellungen konzipiert und koordiniert. Über eine jeweilige Homepage sind der AUO Thüringen und BDU Thüringen inhaltlich verlinkt.
Momentan befinden wir uns in der Phase der Neustrukturierung des Sachausschusses Mitgliederservice. Ziel ist die konsequente Weiterentwicklung des Mitgliederservices unter Einbeziehung der gesamten Infrastruktur. Das betrifft den Ausbau der Rechtsberatung sowie die Unterstützung und Beratung bei Niederlassung oder Praxisabgabe und im Personalmanagement. Dazu gehört auch die Etablierung einer internetgestützten Informationsdatenbank. Diese soll aktuelle regionale und bundesweite Veränderungen in Röntgendiagnostik, Sonographie, Labor sowie Hygienerichtlinien und Ringversuche sowie urologisch relevante Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen beinhalten und über das Urologenportal realisiert werden.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Dr. Mohr: Langfristig soll die Arbeit des Berufsverbandes der Deutschen Urologen unserem Fachgebiet dazu dienen, sich zukunftsorientiert und innovativ zu entwickeln. Dabei wollen wir unseren Nachwuchs für unser breit aufgestelltes Fach so begeistern und motivieren, dass auch weiterhin viele Kollegen den Schritt in die Niederlassung gehen können. Dies bedarf der vielfältigen Kooperationen in und zwischen den medizinischen Versorgungsebenen. Als onkologisches Schwerpunktfach können wir dem Patienten bei entsprechenden Erkrankungen die Versorgung aus „einer Hand“ anbieten und gleichzeitig die interdisziplinäre Zusammenarbeit koordinieren. Die Einbindung und der Dialog mit den Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen soll weiter verbessert werden. Dazu werden auch die modernen elektronischen Kommunikationswege zunehmend intensiver genutzt.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?

Dr. Mohr: Wenn man selbst von etwas überzeugt (begeistert) ist, kann man auch selbst überzeugen (begeistern). Wenn man positiven Wandel erleben und fördern möchte, braucht man neue Formen des gemeinsamen Denkens und gute Freunde/Kollegen. Im Zweifelsfall spreche ich nochmals mit mir wichtigen Kollegen oder schlafe eine Nacht darüber. Und natürlich muss man auch einmal ‚Nein sagen’ oder etwas delegieren können und Prioritäten setzen.
Kraft gibt mir auch das Kinderlachen bei meinen jährlichen medizinischen Einsätzen in der Dritten Welt. Ein besonderer Dank gilt meiner Frau und meiner Familie, welche oft viel Verständnis für die unablässige Arbeit und die verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten aufbringen müssen.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Dr. Mohr: Tennis, Waldläufe, Reisen oder Fahrrad fahren. Ein interessantes Buch lesen oder mit Freunden reden. Einfach in der Sonne liegen. Mit meiner Familie am Frühstückstisch sitzen. Über soziale Ideen nachdenken: Suchtprävention, soziale Ungerechtigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe.