Interview mit Dr. med. Simone Maier (26.01.2007)

Landesverband Württemberg

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 06. April 2011|Aktualisiert am 06. April 2017

Interview mit Dr. med. Simone Maier

Frau Dr. med. Simone Maier, 1. Vorsitzende des BDU-Landesverbandes Württemberg.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl! - Frau Dr. Simone Maier an der Spitze des BDU-Landesverbandes Württemberg

Frauen sind schwer im Kommen. Das wissen wir nicht erst, seit Frau Merkel zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik gewählt worden ist. Neu ist jedoch in der Geschichte des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, dass eine Frau an die Spitze eines Landesverbandes gewählt wurde. Frau Dr. Simone Maier aus Reutlingen übt nun das Amt der 1. Vorsitzenden des BDU-Landesverbandes Württemberg aus. Grund genug also, einige Fragen an die neue Amtsinhaberin zu stellen.

Frage: Frau Dr. Maier, welche Gründe waren für Sie ausschlaggebend, für das Amt der 1. Vorsitzenden des BDU-Landesverbandes Württemberg zu kandidieren?

Simone Maier: In der heutigen Zeit mit der schwierigen politischen Situation sind wir mehr denn je zum Handeln gezwungen, um nicht komplett zum Spielball der verschiedenen Interessensverbände zu werden. Ich habe bereits im Jahr meiner Niederlassung begonnen lokal tätig zu werden. Zu diesem Zeitpunkt habe ich den Reutlinger Urologenzirkel gegründet, um die Kollegen an einen Tisch zu bekommen und neben aktuellen medizinischen Themen auch politisch relevante Informationen weiter zu tragen.

Frage: Waren Sie überrascht, als Sie das Wahlergebnis erfuhren?

Simone Maier: Es ist schön, wenn man eine eindeutige Mehrheit hinter sich vereinigen kann, es motiviert, wenn die bisherige Arbeit von den Kollegen gewürdigt wird.

Frage: Wie sehen Sie die Vereinbarkeit von Familie, Berufstätigkeit als niedergelassene Urologin in eigener Praxis und standespolitischer Arbeit?

Simone Maier: Die Familie kommt durch die zusätzliche Belastung natürlich etwas zu kurz. Zum Glück bin ich mit meinem Mann, der ebenfalls Urologe ist, in einer Gemeinschaftspraxis tätig, so dass die Interessen in die gleiche Richtung gehen. Zudem kommen die Patienten natürlich nicht zu kurz, wenn wieder berufspolitische Sitzungen Zeit erfordern. In einer Einzelpraxis wäre dies nicht zu gewährleisten.

Frage: Welche Projekte und Anliegen stehen für Sie als 1. Vorsitzende auf Ihrer Wichtigkeitsliste ganz vorne?

Simone Maier: Das oberste Ziel ist die Urologie zu stärken. Als „kleines“ Fachgebiet stehen wir oben auf der Abschussliste der Politik. Aber wir füllen Bereiche aus, die von anderen nicht übernommen werden können. Durch Bildung von Interessenverbänden zunächst lokal und dann überregional möchte ich unseren Stand sichern.

Frage: Sehen Sie der geplanten Gesundheitsreform mit Sorge entgegen?

Simone Maier: Natürlich. Die Gesundheitsreform bringt Einbußen für alle Beteiligten. Eine moderne Medizin kostet Geld. Den Versicherten zu erzählen, eine optimale Versorgung wäre zu niedrigeren Kosten möglich, ist unmöglich. Es müssen klare Richtlinien gesetzt werden, welche Leistung von den Krankenkassen übernommen wird und welche nicht. Erst dann ist auch eine Planung möglich. Die Eigenverantwortung der Patienten hat nicht nur Nachteile. Der Patient wird auch „Kunde“.

Frage: Erlauben Sie mir einige persönliche Fragen: Weshalb haben Sie sich für das Fachgebiet der Urologie entschieden?

Simone Maier: Ich wollte autark arbeiten. In der Urologie kann ich den größten Teil der Diagnostik selbst übernehmen. Ich habe neben operativen auch konservative Therapieoptionen. Außerdem ist das Klientel recht breit gefächert: Männer, Frauen und Kinder werden in unserem Fachgebiet betreut.

Frage: Worauf sind Sie in Ihrem bisherigen Berufsleben besonders stolz?

Simone Maier: Ich habe bisher alles erreicht, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Ich habe eine exzellente Ausbildung an der Urologischen Universitätsklinik in Ulm bei Prof. Hautmann erhalten. Dort habe ich auch die spezielle operativer Urologie erlernt. Seit meiner Niederlassung konnte ich auch die Füße nicht stillhalten: Von der Einzelpraxis zur Gemeinschaftspraxis. Gründung eines fachübergreifenden OP-Zentrums. Leitung des Urologenzirkels. Nebenbei noch Ausbildung in Akupunktur.

Frage: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Simone Maier: Ich bin sehr ehrgeizig, das ist sowohl Stärke als auch Schwäche. Ich versuche immer 100 Prozent zu geben, sowohl im Beruf, als auch bei Zusatzausbildungen oder auch wenn ich irgendwas handwerklich mache, dabei neige ich gelegentlich dazu, mich zu überlasten, dann bleiben Freundschaften und auch das Privatleben auf der Strecke.

Frage: Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit am liebsten?

Simone Maier: Falls Freizeit übrig bleibt lese ich sehr gerne z.B. historische Romane, die einen geschichtlichen Hintergrund haben. Ich handwerke gelegentlich und jogge, allerdings nicht leidenschaftlich.

Frage: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Simone Maier: Eine bessere politische Situation für alle Ärzte, sowohl in der Klinik als auch im niedergelassenen Bereich, das hätte auch einen direkten Vorteil für die Patienten. Gesundheit, damit ich noch lange voller Energie in allen Bereichen engagiert sein kann. Ab und zu etwas mehr Zeit für meinen Mann.

Die Redaktion des Urologenportals bedankt sich bei Frau Dr. Maier auf das Herzlichste für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben im Berufleben wie auch im privaten Bereich. Das Interview mit Frau Dr. Maier führte Karin Janke aus der Redaktion des Urologenportals.