Interview mit Dr. med. Rudolf Osieka (Oktober 2012)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 16. Oktober 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Interview mit Dr. Rudolf Osieka

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Rudolf Osieka. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in einer ortsübergreifenden Gemeinschaftspraxis in Hamburg und Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Hamburg.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Das ist lange her: 43 Jahre! Meine erste Stelle war zufällig bei Prof. Peter Bischoff (Peter Bischoff-Preis der Norddeutschen Urologen). Sein Vorbild und Engagement verbunden mit Wissenschaft und Handwerk haben mich beeindruckt.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Das ist ein Gen, das auch andere in sich spüren: einfach sich engagieren.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Seit 20 Jahren die monatliche Fortbildung der Hamburger Urologen.

4. Welches sind die langfristi¬gen Ziele Ihres Engagements?

Aktuell berufspolitisch: Langfristige Fixierung der „Kernkompetenz“ der Urologen.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?

Kein Problem: Alles mit Freude anpacken.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Familie, Enkel, Oper, Bienen, Mittelalter, das 19. Jahrhundert

Im Gespräch mit Dr. Sabrina Schöne

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Sabrina Schöne. Sie ist Assistenzärztin im Vinzentius Krankenhaus Landau/Speyer und erste Vorsitzende der German Society of Residents in Urology (GeSRU).

Frau Dr. Schöne, Sie stehen als Nachfolgerin von Dr. Nicola von Ostau seit fast einem Jahr an der Spitze der GeSRU: Ist soviel Frauenpower beispielhaft für den steigenden Frauenanteil in der Urologie?

Die Medizin wird weiblich und macht auch vor der Urologie nicht halt.
Frauen waren schon immer stark in der GeSRU vertreten, allen voran Dr. Ulrike Necknig, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement wesentlich zum Erfolg der GeSRU beigetragen hat.
Aber nach wie vor gilt es, große Herausforderungen anzugehen: Bei mittlerweile fast 70% Frauenanteil unter den Medizin-Absolventen brauchen wir neue Konzepte, um das Potential der vielen sehr guten Frauen in der Urologie zu nutzen – möglicherweise in Teilzeit und mit flexiblen Arbeitszeiten.
Wenn wir die Besten für die Urologie haben wollen, brauchen wir auch die besten Ideen für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  
 
Welchen aktuellen Schwerpunktaufgaben widmet sich die GeSRU derzeit?

Unsere Maxime ist eine stetige, flächendeckende Verbesserung der urologischen Weiterbildung und natürlich die Mitgestaltung einer Urologie von Morgen. Darüber hinaus wollen wir Nachwuchsurologen die Möglichkeit zur Netzwerkbildung und zum gegenseitigen Austausch geben.
Wir verfolgen diese Ziele auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Wir bieten eine Vielzahl von Veranstaltungen auf den regionalen und nationalen Kongressen an und initiieren eigene Workshops. Besonders hervorzuheben ist das Mentoring-Programm, das im Frühjahr 2012 schon in die 4. Runde ging. Was in der Wirtschaft längst zum Standard gehört, dass jungen Kollegen ein erfahrener, profilierter Mentor an die Seite gestellt wird, haben wir als erstes Fach in der Medizin hinbekommen.
Berufspolitisch sind wir gut in der DGU und dem BDU integriert und können die Probleme und Sorgen der Assistenzärzte direkt in den entscheidenden Gremien vortragen. Im Moment kämpfen wir weiter dafür, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Zusatzweiterbildung „medikamentöse Tumortherapie“ zu schaffen. Nach unserer Meinung müssen dringend Änderungen in der Weiterbildungsordnung angestrebt werden.

Wie ist Ihre persönliche Einschätzung zur Nachwuchsförderung von DGU, Akademie und BDU?

Wir spüren auf allen Ebenen einen zunehmenden Ärztemangel. Diese Situation führt unweigerlich dazu, dass die Nachwuchsförderung eine größere Rolle spielt. Beim letzten Jahreskongress der DGU war sie sogar eines der Schwerpunktthemen. Alle haben verstanden, dass wir in den nächsten Jahren um die besten Medizinabsolventen werben und wettstreiten müssen. Meine Aufgabe sehe ich darin, dieses Bewusstsein zu nutzen, um die Weiterbildungssituation für urologische Assistenzärzte zu optimieren.
Die GeSRU arbeitet eng mit der DGU, der Akademie und dem BDU zusammen. Wir werden in besonderer Weise unterstützt. Als Vorsitzende der GeSRU bin ich gleichzeitig Mitglied der Programmkommission der DGU. Wir entsenden einen Vertreter in den BDU-Hauptausschuss, dem höchsten Gremium des BDU. In Kooperation mit der Akademie der Deutschen Urologen gibt es aktuell ein neues Projekt für ein curriculäres, facharztbegleitendes Weiterbildungsprogramm, das noch in diesem Jahr als „Juniorakademie“ realisiert werden soll.
Diese starke Integration der Assistenzärztinnen und -ärzte ist ein weiteres Markenzeichen der Urologie. Dies macht unser Fachgebiet gerade für den Nachwuchs besonders attraktiv.  

Der Schülertag auf dem DGU-Kongress zieht Kreise, fand mit GeSRU-Unterstützung auch im Rahmen der Jahrestagung der Bayerischen Urologenvereinigung statt: Wie erleben Sie diese Initiative und die Teilnehmer?

Die Initiative lebt. Es macht Spaß, dem potentiellen Nachwuchs beim urologischen Alltagsgeschäft zuzuschauen, zu sehen, wie geschickt sich viele anstellen und wie viel Spaß und Freude die Teilnehmer haben. So wird ein Interesse geschaffen für die Medizin und unser Fach.

Wie sieht Ihre Work-Life-Balance aus: Schaffen Sie den Spagat zwischen Klinik, Berufspolitik und Privatleben? Haben Sie Tipps für junge Kollegen?

Das Amt als GeSRU-Vorsitzende empfinde ich nach wie vor als sehr reizvoll. Es beinhaltet den regelmäßigen Austausch mit den prominentesten Köpfen unseres Faches, engen Kontakt zu Assistenzärztinnen und –ärzten aus ganz Deutschland und Europa. Es gibt einem vor allem die Möglichkeit, aktiv an der Ausgestaltung der Urologie von Morgen teilzuhaben. Die meiste Zeit genieße ich die Abwechslung, die mir diese drei Felder GeSRU, Klinik und Familie bieten. Natürlich gibt es immer Phasen, in denen das eine oder das andere etwas zu kurz kommt. Aber durch die Unterstützung von meiner Familie, Freunden, dem Team der GeSRU und dem Team im Krankenhaus ist der Spagat bisher ganz gut zu meistern.
Ich glaube, wenn man Spaß hat an dem was man tut, kommt die Work-Life-Balance von selbst in ein gutes Gleichgewicht. Und der Tag hat ja zum Glück 24 Stunden.