Interview mit Dr. med. Michael Rug (Oktober 2011)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Oktober 2011|Aktualisiert am 06. April 2017

6 Fragen an Dr. med. Michael Rug

Interviewreihe

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufverbands der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Michael Rug. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Karlsruhe und 1. Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Baden.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?
Dr. Michael Rug:
Schon während des klinischen Studiums habe ich mich entschieden, die Facharztausbildung in einem operativen Fach anzustreben. Am Fach Urologie hat mich der Abwechslungsreichtum der Tätigkeit und die umfassende Betreuung der urologischen Patienten begeistert. Nach Absolvierung eines Trimesters des praktischen Jahres in der Urologie des Theresienkrankenhauses in Mannheim wurde mir eine Stelle, damals noch als Arzt im Praktikum, angeboten und damit war meine Entscheidung, Urologe zu werden endgültig gefallen.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?
Dr. Michael Rug: Mit der Niederlassung in eigener Praxis im Jahr 2003 bin ich dem BDU beigetreten. Mit dem Jahreswechsel 2004 durfte ich dann schon die erste große Gesundheitsreform als selbständiger Praxisinhaber erleben und so am eigenen Leib die Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten des GKV-Systems im niedergelassenen Bereich verspüren. Mir wurde so rasch vor Augen geführt, wie wichtig in der Berufspolitik die Verbands- bzw. Gremienarbeit ist, und ich begann, mich berufspolitisch zu engagieren. Als im Jahr 2009 Johannes Springer zur Wahl des 1. Vorsitzenden des BDU-Landesverbands Baden nicht mehr antrat, wurde ich zu seinem Nachfolger gewählt.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?
Dr. Michael Rug: In den letzten beiden Jahren war ich hauptsächlich mit der neuen Onkologievereinbarung und deren Umsetzung durch die KV Baden-Württemberg beschäftigt. In Gesprächen mit der KV-BaWü und Kassenvertretern konnten wir erreichen, dass der Großteil der Baden-Württembergischen Urologen weiterhin an der Onkologievereinbarung teilnehmen kann und außerdem noch die Möglichkeit einer abgespeckten „kleinen Onkologie“ über eine Zusatzvereinbarung besteht. Ein weiterer Schwerpunkt meiner berufspolitischen Tätigkeit ist der Bereich des belegärztlichen und ambulanten Operierens. Hier ist eine Interessenvertretung der Niedergelassenen gegenüber den zunehmend in den ambulanten Sektor drängenden Krankenhäusern von großer Bedeutung.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?
Dr. Michael Rug: Mein Ziel ist es, zu erreichen, dass wir als niedergelassene Urologen unserer eigentlichen Aufgabe, der Patientenbetreuung, wieder mit Freude unter gesicherten Rahmenbedingungen nachgehen können. Überbordende Administration, Kontrollwahn und ständige Sanktionsandrohungen dürfen nicht mehr unseren beruflichen Alltag bestimmen.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?
Dr. Michael Rug: Das frage ich mich als niederglassener Urologe und Belegarzt auch nicht zu selten. Ein solches Ehrenamt erfordert sicherlich ein großes Maß an Idealismus. Wenn sich dann aber durch persönlichen Einsatz und Engagement Veränderungen erreichen lassen, mögen es auch häufig nur kleine Schritte sein, motiviert das neu, sich weiter einzubringen.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?
Dr. Michael Rug:
Ich versuche die knapp bemessene Freizeit bewusst mit meiner Familie zu verbringen und/oder zum Ausgleich mich körperlich in verschiedensten Sportarten zu betätigen. Musik diverser Stilrichtungen, Kinofilme und Lesen sind weitere Hobbys, für die aber leider meist zu wenig Zeit bleibt.

Interview: BDU-Pressestelle