Interview mit Dr. med. Jochen Schiffers (Juni 2012)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 12. Juni 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Im Gespräch mit Dr. Jochen Schiffers

6 Fragen an Dr. med. Jochen Schiffers

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. med. Jochen Schiffers. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in einer überörtlichen Gemeinschaftspraxis in Veitshöchheim und Würzburg sowie Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Bayern-Nord.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Dr. Schiffers: Wenn ich ehrlich bin, dann war das fast Zufall: Ich war nach dem Studium völlig unentschieden, in welche Fachrichtung ich mich orientieren wollte, wenn auch eher in die chirurgische Richtung. Dann bekam ich eine AiP-Stelle in der Urologie, und es hat mir sehr gut gefallen.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Dr. Schiffers: Die Situation der niedergelassenen Ärzte ist belastend und extrem frustrierend. Unsere verantwortungsvolle und (bei den meisten Ärzten) auch immer noch sehr engagierte Arbeit wird wenig geschätzt und wenig honoriert. Das wissen wir alle. Es ist auch verständlich, dass neben der ohnehin kraftraubenden ärztlichen Tätigkeit und der überbordenden administrativen Belastungen in der Praxis niemand sehr erpicht ist, sich noch zusätzliche Arbeit in den Zeitplan zu holen. Es ist verführerisch, nur zu schimpfen und sich ansonsten herauszuhalten. Aber es hilft nichts: Damit kann und wird man nichts verändern. Also habe ich irgendwann die Entscheidung getroffen, aktiv zu werden und mein Möglichstes zu tun, um die Situation für die niedergelassenen Urologen zu verbessern. Mehr kann ich nicht tun, aber das will ich auch tun!

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Dr. Schiffers: Lokal versuche ich, Strukturen zu organisieren, um eine bessere Kooperation zu ermöglichen. Denn ich bin überzeugt, dass mittel- bis langfristig die Einzelkämpfer keine Chance haben.
Bayernweit: Lobbyarbeit in der KVB und Koordination der Aktivitäten der niedergelassenen Urologen.
Deutschlandweit: Mitarbeit bei der Umsetzung der Ziele des BDU.


4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Dr. Schiffers: Erhalt des Fachgebietes Urologie sowie Erhalt der Freiberuflichkeit der niedergelassenen Urologen. Außerdem eine adäquate Honorierung. Die – derzeit geringe - Wertschätzung zeigt sich nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in der Überflutung mit unendlichen Auflagen und einer ständigen latenten Kriminalisierung der Ärzteschaft. Hier etwas zu ändern, geht nur als geschlossene Gruppe, daher auch mein Engagement im BDU.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?

Dr. Schiffers: Patienten: erfolgreiches Umsetzen des erlernten Wissens.
Ehrenamt: Bestätigung durch Erfolge in der berufspolitischen Tätigkeit.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Dr. Schiffers: Viel Zeit bleibt leider nicht neben Praxis und Berufspolitik. Fatalerweise ist mein Hobby auch EDV… Aber meine Frau erkennt mich noch, die Kinder sagen „Papa“ und der Hund kläfft mich nicht an!