Interview mit Dr. med. Dirk M. Potempa (09.07.2013)

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Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 09. Juli 2013|Aktualisiert am 06. April 2017

6 Fragen an Dr. med. Dirk M. Potempa

Interviewreihe

6 Fragen an Dr. med. Dirk M. Potempa

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Dirk M. Potempa. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Garmisch-Partenkirchen und Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Bayern-Süd.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Stand nie zur Debatte. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes in die Urologie hineingewachsen. Mein Dank gilt meinem Vater, der – selbst Urologe – mich schon in der Kindheit als Zuhörer für seine jeweils neu zusammengestellten Vorträge abstellte. Kaum hatte ich mein Abitur hinter mir, nahm er mich zur Freude der damaligen Jungassistenten in seiner Klinik als Assistent und „Hakenhalter“ für abendliche und nächtliche Operationen mit. Das hatte schon etwas Prägendes. So war die Entscheidung zum Medizinstudium und Urologie quasi nur eine konsequente Fortführung.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Passive Kritik und das Warten auf Aktionen durch Andere hatten sich totgelaufen. Die Einführung der RLV in 2009 war wohl ausschlaggebend.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Innerhalb des BDU auf Bundesebene arbeite ich u.a. im Sachausschuss Mitgliederservice. Hier versuche ich auch, meine 30jährige Erfahrung in der EDV sinnvoll einzubringen.

Regional in Bayern pflege ich regelmäßigen Kontakt zum KV-Vorstand und deren Schlüsselpersonen, um die Urologen weiter zu bringen. Wir haben uns zudem als Urologen bayernweit organisiert und dadurch viele Verbesserungen erzielen können. Existenziell waren die detaillierte Einarbeitung und das Verständnis in die Regularien, Budgets und Wege des Geldes im KV System. Ein unbedingtes Muss, um an den richtigen Stellen im System anzusetzen.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Der Erhalt und der Ausbau einer breit aufgestellten Urologie in freier, niedergelassener Praxis unter gesicherten finanziellen Bedingungen.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?
Vor allem ist es meine Familie, die mich immer in meiner Tätigkeit unterstützt und mich niemals kritisiert oder eingeschränkt hat, obwohl ich Unmengen an Zeit, die eigentlich ihnen zustehen würde, in meine berufspolitischen Aktivitäten investiert habe.

Der Kontakt und die Behandlung der urologischen Patienten erfordert zum einen zwar Kraft, ist aber auch Quelle weiteren Engagements. Letztendlich ist die Arbeit mit unseren Patienten ja unsere Berufung. In der Interaktion mit ihnen schöpft man auch Kraft. Die Kraft, die man braucht, um danach mit Administration, Dokumentation und all den anderen Bestandteilen des Spießrutenlaufs der gesetzlichen Regelungen fertig zu werden. Nehmen wir einmal an, wir könnten eine Woche sämtliche Dokumentationen, administrative Tätigkeiten und deren Vorbereitungen über Bord werfen und würden uns nur der puren Diagnostik und Behandlung unserer Patienten widmen: Es wäre wohl mehr ein Erlebnisurlaub als Arbeit…

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Die nächste berufspolitische Herausforderung… ;-) Nein, im Ernst:
Ich genieße die freie Zeit mit meiner Frau Jutta und meinem Sohn Marvin.
Zudem „arbeite“ ich, wie bereits oben erwähnt, seit Anfang der 80er Jahre mit Computern.
Ich hatte das Glück, in die Anfänge der Personal Computer hineingewachsen zu sein. So war es damals erste Pflicht, die Systeme von Grund auf zu kennen und wesentliche Programmiersprachen, wie Basic, Assembler, Pascal und „C“ zu beherrschen, um überhaupt irgendein produktives Ergebnis aus den Maschinen zu holen. Programme gab es zu den Computern nämlich nicht oder man konnte sie sich nicht leisten. Nach Kauf meines ersten Computers musste ich beispielsweise zunächst einmal den Steuerchip der Tastatur „umbrennen“, um auch Kleinbuchstaben und Umlaute nutzen zu können. Die Kenntnisse habe ich genutzt, um damals, parallel zu meinem Medizinstudium, Software zur Privatabrechnung zu schreiben, eine Datenbank für eine chirurgisch-endoskopische Ambulanz aufzubauen und um im Rahmen meiner Dissertation ein Programm zur computergestützten Diagnostik zu entwickeln.
Die Beschäftigung mit ihnen, wie Debugging, beliebige neue Betriebssysteme aufzusetzen und Netzwerke zu installieren, ist für mich, wie für jemand anderen vielleicht ein Buch zu lesen oder seinem sonstigen Hobby nachzugehen.
Außerdem liebe ich es, qualitativ hochwertiges Hollywood-Kino zu Hause zu genießen. Wir haben zu Hause eine üppig ausgestattetes digitales Equipment und tolerante Nachbarn…