Interview mit Dr. med. Bernt Göckel-Beining (08.07.2013)

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Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 09. Juli 2013|Aktualisiert am 06. April 2017

6 Fragen an Dr. med. Bernt Göckel-Beining

Interviewreihe

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Bernt Göckel-Beining. Er ist niedergelassener Urologe in Horn-Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen, 1.Vorsitzender des BDU Ausschusses für Fort- und Weiterbildung und Mitglied im Direktorium der Akademie der Deutschen Urologen.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Die Urologie ist ein recht eindeutig begrenztes und überschaubares Fachgebiet mit hohen diagnostischen und operativen Standards. 1979 war endoskopisches Operieren für die Chirurgie eher nicht der Standard. Die Urologie war hier seit vielen Jahren bereits sehr innovativ. Das hat das Fachgebiet für mich sehr interessant gemacht.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Mein großes Interesse für die Uro-Onkologie und für die in den letzten Jahren immer wichtiger werdenden Leitlinien. Dadurch gibt es erhebliche Verschiebungen in der täglichen Arbeit, die berufspolitisch begleitet werden müssen, damit auf Dauer auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um Leitlinien in der Praxis umsetzen zu können.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Zurzeit werden folgende Leitlinien neu entwickelt: die S3-Leitlinie Blasenkarzinom und die S3- Leitlinie Nierenkarzinom. Die, allen bereits bekannte, S3-Leitlinie Prostatakarzinom wird ständig weiterentwickelt. Im Bereich anderer Fachgebiete werden auch Leitlinien entwickelt, zum Beispiel die S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs. Hier müssen wir Urologen ebenfalls Flagge zeigen, weil es um das allgemeine Thema Prävention geht.

Die Fort- und Weiterbildung ist ein Thema, welches ich als Mitglied im Direktorium der Akademie der Urologen sehr gern mit bearbeite. Bei der Leitlinienentwicklung des Prostatakarzinoms fiel unter anderem auf, dass der Ultraschall der Prostata wissenschaftlich in den letzten Jahren nicht optimal dargestellt und weiterentwickelt wurde. Zurzeit betreue ich daher das Projekt TRUS „Histoscanning" in einer großen multizentrischen Studie, die DGU und BDU gemeinsam auf den Weg gebracht haben.  

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Ich wünsche mir eine Urologie, die das Kerngebiet Uro-Onkologie auf jeden Fall in der Weiterbildung vollständig abbildet. Es kann nicht sein, dass der künftige Facharzt für Urologie nicht gleichzeitig auch Uro-Onkologe ist. Ein wesentlicher Schwerpunkt unseres Fachgebietes sind die diversen Krebserkrankungen in der Urologie. Dazu gehört eine entsprechende Weiterbildungslandschaft, die so in den deutschen urologischen Kliniken zu unserem Leidwesen nicht überall vorhanden ist. Daran müssen wir dringend arbeiten. Die Mikrobiologie und die Urin-Zytologie sind andere Baustellen, die zusammen mit der Tumorserologie, der Hormondiagnostik und der andrologischen Labordiagnostik als Kernbereich in die Urologie gehören. Auch hier muss sich die Weiterbildung entsprechend ändern. Das gelingt
nur, wenn DGU und BDU zusammenarbeiten. Das Bindeglied ist die Akademie der Urologen, die sich in den letzten beiden Jahren sehr zu ihrem Vorteil
und zum Vorteil der Urologen entwickelt hat. Hier sehe ich auch den Ansatzpunkt, die Weiterbildung ergänzend zu begleiten: Der Brückenschlag zwischen klinischer Ausbildung und Ausbildung in gut organisierten urologischen Praxen kann hier administrative Probleme in der Weiterbildung
des Urologen lösen.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?

Ich glaube, dass beides zusammengehört: Für Patienten da sein und die Urologie mit den Erfahrungen aus dem klinischen und ambulanten Berufsalltag weiterentwickeln zu helfen, sind zwei Seiten einer Medaille.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?

Wenn Sie meinen, ob mich außer der Urologie auch noch andere Dinge bewegen, da gibt es so Einiges: Weltgeschehen, Musik, Sport und natürlich zu allererst meine Familie, ohne deren Mithilfe viele meiner Aktionen für die Urologie nicht möglich wären.