Interview mit Dr. med. Bernd König (September 2011)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 18. Oktober 2011|Aktualisiert am 06. April 2017

6 Fragen an Dr. med. Bernd König

Interviewreihe

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufverbands der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dr. Bernd König. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Sögel und 1. Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Niedersachsen.


1.Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?
Dr. Bernd König:
Die Begeisterung für die Urologie entstand bereits früh während meiner Studienzeit. Auslöser war eine Famulatur in einer kleinen urologischen Belegabteilung in meinem Heimatort im Sauerland. Den weiteren Anstoß gab dann die Arbeit an meiner Doktorarbeit zum Thema „Indikation, Ergebnisse und Komplikationen der urologischen Lymphknotenchirurgie“, die ich an der Urologischen Universitätsklinik zu Köln absolvierte.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?Dr. Bernd König: Nach meiner Niederlassung 1997 führten mich im Jahr 2000 mein damaliger BDU Obmann Herr Dr. Pinske aus Leer und der damalige BDU-Landesvorsitzende in Niedersachsen Herr Dr. Penkert zur aktiven Mitarbeit in den BDU. Sie weckten in mir das Interesse, mich aktiv an der Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Urologen einzumischen und dies führte letztlich zu meiner Wahl in den Landesvorstand in Niedersachsen, in dem ich seitdem als 2. Landesvorsitzender und seit 2008 als 1. Landesvorsitzender tätig bin.
 
3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?
Dr. Bernd König: Als Belegarzt arbeite ich mit Herrn Dr. Schneider im AK der Belegärzte im BDU. Hier gilt es, die belegärztliche Tätigkeit zu fördern und gerade jungen niederlassungswilligen Urologen das Modell Belegarztwesen schmackhaft zu machen. Ohne meine Tätigkeit als Belegarzt wäre eine Niederlassung für mich nicht vorstellbar. Es geht darum, die Vorteile des Belegarztwesens an die jungen Kollegen zu transportieren und ihnen die Chancen darzustellen, die diese Kooperationsform mit einem Krankenhaus bringen kann. Wichtig ist es natürlich, dass der BDU über den AK Belegärzte entsprechende Hilfen und Beratungsangebote an die jungen Kollegen gibt. Gerade hierzu ist ein neues Konzept im Arbeitskreis in Vorbereitung.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im AK Gebührenordnung. Hier sind die Abrechnungsverzerrungen im Rahmen der Onkologievereinbarung ein Themenschwerpunkt. Die Absenkung der Punktwerte für die Ordinationskomplexe mit Einführung der Ziffer 26315 und die bestehende Streichung der Parallelabrechnung der Ziffern 26315 und 86512 – 86518 sind hier nur ein Beispiel. Aber auch die regional unterschiedliche Umsetzung der Onkologievereinbarung mit der derzeit anstehenden erneuten Kürzung der Onkologiepauschalen 86512- 86518 in Niedersachsen binden aktuell viel Zeit. Erfreulicher Weise sind die Vorstellungen dazu von der KV Niedersachsen und dem BDU deckungsgleich, so dass wir hier Hand in Hand arbeiten.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?
Dr. Bernd König: Stärkung und Förderung der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit. Aufbau und Förderung von sinnvollen Kooperationsformen zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen. Vor allem bei der Kooperation von Niedergelassenen untereinander und mit den Krankenhäusern. Da ich als Belegarzt die integrierte Versorgung täglich lebe und die Interessen der Niedergelassenen und der Krankenhäuser kenne, sehe ich hier meine besondere Aufgabe bei der Beseitigung von Vorbehalten und Vorurteilen.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ehrenamt?
Dr. Bernd König:
Objektiv kann ich diese Frage nicht beantworten. Subjektiv ist  es wohl die Freude an beiden Teilen meiner Tätigkeit. Da auch für berufspolitisch nicht aktive niedergelassene Kollegen die Arbeit an und mit den Patienten immer verbunden ist mit gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die die ärztliche Kernarbeit mal positiv und mal negativ beeinflussen, hilft mir der Informationsgewinn den ich durch meine Ehrenamtstätigkeit gewinne und führt so zu einer gesunden Gelassenheit. Unkenntnis führt zu Angst. Kenntnis und Transparenz baut Ängste ab. Und ohne Angst entsteht Kraft.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis/in der Klinik sind?
Dr. Bernd König:
Als Vater von vier Töchtern im Alter von sieben bis 17 Jahren nimmt die Familie natürlich einen großen Teil meiner Freizeit ein. Aber daneben erfreue ich mich noch an zwei weiteren Hobbys. Das eine ist der Gesang  im Papenburger Shantychor. Das andere ist eine alte Liebe aus dem Jahre 1962. Ein Karmann Ghia Cabriolet. 

Interview: BDU-Pressestelle