Interview mit Dipl.-Med. Timo Liebald (08.07.2013)

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Schlagworte: Interview
Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 09. Juli 2013|Aktualisiert am 06. April 2017

6 Fragen an Dipl.-Med. Timo Liebald

Interviewreihe

Sie arbeiten aktiv in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. oder vertreten die Urologie darüber hinaus auf nationaler und internationaler Ebene: Zahlreiche Urologinnen und Urologen engagieren sich ehrenamtlich für ihr Fachgebiet. Darunter ist auch Dipl.-Med. Timo Liebald. Er ist niedergelassener Facharzt für Urologie in Dresden und 1. Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Sachsen.

1. Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

Ich habe in Varna (Bulgarien) von 1982-1988 Medizin studiert. In den letzten beiden Jahren des Studiums habe ich viel sowohl mit wissenschaftlichen Themen als auch mit praktischen Tätigkeiten in der Urologie zu tun gehabt. Als Student selbst an Operationen herangeführt zu werden, fand ich sehr spannend und entschied mich für die Urologie. Außerdem wollte ich unbedingt in die Transplantationsmedizin, und so fiel meine Entscheidung für die Urologische Universitätsklinik Rostock, um dort meine Facharztausbildung zu absolvieren. Nach der Einheit entschied ich mich, als Koordinator zunächst für das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH), später für die DSO tätig zu werden.

2. Was hat Sie in die Verbands-/Gremienarbeit für Ihr Fachgebiet geführt?

Im April 1995 habe ich in Dresden als niedergelassener Urologe meine Praxis eröffnet. Im Laufe der ersten Jahre kamen EBM-Reformen, Budgets und andere einschneidende Maßnahmen, welche meine betriebswirtschaftliche Kalkulation der ersten Jahre in der Niederlassung deutlich schwieriger gestalteten, als angenommen. In den Gesprächen mit den KollegInnen und der KV tat sich allgemeines Stillschweigen und Akzeptanz auf, womit ich gar nicht umgehen konnte. Und so erklärte ich mich bereit, nach der Jahrtausendwende die Berufspolitik selbst aktiv mit zu gestalten.

3. Was sind die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte, an denen Sie dort mitarbeiten?

Ich bin Mitglied im Vertragsausschuss der Onkologievereinbarung im Bereich der KV Sachsen (diese unterscheidet sich wesentlich von der Bundesvereinbarung), um die Onkologie im Bereich der ambulanten Urologie zu sichern. Als Mitglied der Vertreterversammlung der KVS geht es darum, aktuelle Entwicklungen mit zu gestalten und die Position unserer kleinen Fachgruppe zu sichern und zu stärken.

4. Welches sind die langfristigen Ziele Ihres Engagements?

Es geht mir um die Sicherung der Kompetenzen der Urologen: Labor, Onkologie, Andrologie, Entwicklung von Kooperationsformen zur Teilnahme an neuen Versorgungsebenen. Regional gilt es, junge, engagierte KollegInnen an die Berufspolitik heranzuführen, um langfristig den berufspolitischen Verband weiter zu entwickeln.

5. Woher nehmen Sie die Kraft für Patienten und Ihr Ehrenamt?

Es ist die innere Kraft und das Bestreben, das Berufsleben aktiv mit gestalten zu wollen. Es ist die Gewissheit, dass meine Frau, meine Kinder und meine Mitarbeiter voll und ganz hinter diesem allumfänglichen Berufsleben stehen. Die Sicherheit, sich immer auf seine PraxismitarbeiterInnen verlassen zu können, ist ein unschätzbarer Wert der jahrelangen Zusammenarbeit und Vertrautheit.

6. Was beschäftigt Sie, wenn Sie nicht in der Praxis aktiv sind?

Familie, Reisen, Erholung an der Ostsee; und natürlich mein schwarzer Vierbeiner - ein Schäferhund, der seine Zeit einfordert.