Urologische Funktionsdiagnostik

Autor: |Veröffentlicht am 27. September 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

Unter urologischer Funktionsdiagnostik wird die Erfassung, Dokumentation und Interpretation von Parametern der Urodynamik des unteren Harntrakts während der Speicherung und Entleerung von Urin verstanden. Die Erfassung erfolgt mittels urodynamischer Messplätze, die die primären Parameter Druck (Blasendruck, Abdominaldruck und gegebenenfalls Urethradruck), Uroflow, Flüssigkeitsvolumen (Blasenfüllung oder Volumen des entleerten Urinvolumens bei Miktion) und Elektromyografie des Beckenbodens registrieren. Bei der Videourodynamik wird die Untersuchung unter simultanem Röntgen des unteren Harntraktes durchgeführt. Aus den primären Daten werden die sekundären Parameter Detrusordruck (Blasen- minus Abdominaldruck) und gegebenenfalls Urethraverschlussdruck (Urethra- minus Blasendruck) errechnet.

Die urodynamische Messung wird in Form klassischer Untersuchungskombinationen durchgeführt:

Speicherfunktion

  • Zystometrie (Blasen-, Abdominal-, Detrusordruck, Blasenfüllungsvolumen und Uroflow pro Zeiteinheit)
  • Urethradruckprofil (Blasen-, Urethra-  und Urethraverschlussdruck  pro Längeneinheit der Urethra)
  • Leak-Point-(Druck)-Messung (Wert oder Auftreten des Blasen-oder Abdominal drucks in Relation zum Zeitpunkt eines unwillkürlichen Urinverlustes beim Husten oder eines Valsalva-Manövers)

Entleerungsfunktion

  • Uroflowmetrie (Harnfluss pro Zeiteinheit)
  • Druck-Fluss-Messung (Blasen-, Abdominal-, Detrusordruck, Uroflow, entleertes Urinvolumen, gegebenenfalls mit Elektromyografie des Beckenbodens pro Zeiteinheit )