Kindliche Harninkontinenz

Autor: |Veröffentlicht am 27. September 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

Kindliche Blasenfunktionsstörungen können nach der Definition der International Children's Continence Society in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Dabei werden sie je nach Ätiologie und Pathophysiologie unterschieden in physiologische und nicht-physiologische Harninkontinenz. Letztere unterteilt sich in die beiden Gruppen organische und nicht-organische Harninkontinenz mit den Untergruppen urologisch / nephrologisch und neurogen sowie monosymptomatischer Enuresis (nocturna) (MEN) und nicht-monosymptomatische Enuresis nocturna und Blasendysfunktion. Die letzten beiden werden auch als kindliche Harninkontinenz zusammengefasst. Die Abgrenzung der einzelnen Formen ist nicht immer leicht, aber Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Enuresis ist nur eine mögliche Form des Einnässens im Kindesalter, wird aber häufig fälschlicherweise synonym für jegliches Einnässen verwendet. Als pathogenetische Hauptursachen des kindlichen Einnässens gelten eine nächtliche Polyurie, eine Detrusorhyperaktvität sowie eine verminderte Erweckbarkeit. Zusätzlich wird den Komorbiditäten wie rezidivierende Harnwegsinfekte, Obstipation mit und ohne Stuhlinkontinenz, Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome oder hyperkinetischen Störungen sowie Entwicklungs- und Schlafstörungen heute mehr Beachtung geschenkt. Der wichtigste Schritt ist die Abgrenzung eines rein nächtlichen Einnässens von einem Einnässen in der Nacht mit zusätzlichen Tagsymptomen oder isoliertem Einnässen am Tag. Diese Differenzierung ist nicht immer einfach und erfordert eine standardisierte Basisdiagnostik sowie im Einzelfall unterschiedlich aufwändige weiterführende diagnostische Schritte.