Grußwort des Präsidenten

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

der 71. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. findet vom 18. bis 21. September 2019 in Hamburg statt. Dazu möchte ich Sie alle herzlich einladen.

Nach Jahren ist nun wieder einmal Hamburg als Kongressort an der Reihe. Der Umbau des Congress Center Hamburg (CCH) sollte ursprünglich bis zum DGU-Kongress 2019 abgeschlossen sein, verzögert sich nun aber doch bis 2020. Daher wird der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. in den Hallen der Hamburg Messe stattfinden. Die Gebäude finden sich jenseits des Parks Planten und Blomen und sind vom CCH und vom Bahnhof Dammtor aus über einen kurzen Fußweg zu erreichen. In den Messehallen sind wir gut untergebracht; Platz ist genug vorhanden, und das Ambiente verspricht trotz des ungewohnten Umfelds gut zu sein.

Das hanseatische Flair des Hamburger DGU-Kongresses wird durch das Schiffsmotiv auf dem Kongressplakat symbolisiert.

Als Kongressmotto stehen die vier Worte „Mensch, Maschine, Medizin“ und „Wirtschaft“. Das Spannungsfeld, das mit diesen Begriffen umrissen wird, ist uns allen vertraut und soll im weiteren Sinne Thema des Kongresses sein – natürlich neben all dem, was in der urologischen Wissenschaft, Diagnostik und Therapie neu und wichtig ist.

Tagtäglich ist dieses Spannungsfeld uns allen präsent. Die stetig zunehmende Bürokratisierung, die Arbeitsverdichtung, steigende Anforderungen an Dokumentation, Qualitätssicherung, Zertifizierung und Rezertifizierung, an die Qualifikation und deren Nachweise und vieles andere mehr kennzeichnen zunehmend den Arbeitsalltag von Urologinnen und Urologen in Klinik und Praxis. Dies führt bei vielen von uns zu einem Gefühl der Entfremdung: Das Bild vom Arztberuf, mit dem man einst angetreten war, hat sich ganz wesentlich verändert; die Selbstbestimmung ist der Fremdbestimmung weitgehend gewichen.

Gleichzeitig gibt es beachtliche medizinische Fortschritte – operativ und medikamentös –, und manche onkologischen Krankheitsbilder werden zu chronischen Erkrankungen. Der damit einhergehende Kostendruck im Gesundheitswesen hängt direkt mit der oben genannten Problematik zusammen. Politiker sprechen daher auch überwiegend von Gesundheitswirtschaft.

Die Fremdbestimmung des Arztberufes ist vielschichtig und kommt schleichend, aber sie ist unverkennbar. Ob wir daran etwas Substanzielles ändern können, ist eine Frage, über die wir uns Gedanken machen sollten.

Ich darf Sie alle im Namen der Deutschen Gesellschaft für Urologie für 2019 herzlich nach Hamburg einladen und verspreche Ihnen, dass es ein vielseitiges und interessantes Programm geben wird.

Univ.-Prof. Dr. Oliver W. Hakenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie 2019