Grußwort des Präsidenten

Grußwort des Präsidenten

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich lade Sie sehr herzlich zum 70. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der vom 26. – 29. September 2018 erneut in Dresden stattfinden wird, ein.

Als Austragungsort für den Kongress 2018 war primär das Düsseldorfer Kongresszentrum vorgesehen, das allerdings umgebaut wird. Eine Ausrichtung der DGU-Jahrestagung in Düsseldorf hätte unweigerlich zu erheblichen Einschränkungen geführt, so dass vor diesem Hintergrund und insbesondere in Anbetracht der planerischen Unsicherheit die Entscheidung getroffen werden musste, einen anderen Austragungsort zu suchen.

Das Elbflorenz hat sich als Austragungsort unserer Jahrestagung mehrfach bewährt, Dresden ist eine faszinierende Stadt und bietet alle Möglichkeiten für einen konstruktiven Austausch in einmaliger Atmosphäre.

Der Kongress 2018 steht unter dem Motto „Tradition, Innovation und Verantwortung“.

Die Urologie ist eine der traditionsreichsten Disziplinen in der Medizin, Tradition bestimmt unser ärztliches Selbstverständnis und unser tägliches Tun. Die Urologie hat wie wenige andere Fachdisziplinen die Medizin geprägt, sie spielte schon eine herausragende Rolle lange bevor sie als Fach die Eigenständigkeit erlangte. Nur starke Wurzeln ermöglichen gesunde Entwicklung, Wachstum und Innovation.

Die Urologie war immer offen für neue Ideen und innovative Konzepte, endoskopische Techniken gehörten von Anfang an zum Armamentarium des Urologen, organerhaltende und funktionsersetzende bzw. -erhaltende operative Techniken, extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, Lasertherapie, Laparoskopie und roboterassistierte minimalinvasive Techniken sind aus der Urologie hervorgegangen und haben nicht nur das eigene Fach, sondern auch eine Reihe anderer Disziplinen beeinflusst.

Innovation ist aber nicht nur Segen, sondern bedeutet auch Herausforderung, das technisch Machbare muss kritisch überprüft und evaluiert werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Neuerungen und Innovationen impliziert das Setzen von Schwerpunkten an verschiedenen Stellen, so z.B. in der Nachwuchsförderung, in der Spezialisierung innerhalb des Faches, in der Interdisziplinarität und in der Professionalisierung auf ärztlicher und pflegerischer Ebene.

Je größer der technische Fortschritt desto mehr spielt das Umfeld in dem dies geschieht eine größere und komplexere Rolle. Verantwortung kann man nur übernehmen, wenn man sein Umfeld und sein Handeln bestimmen oder zumindest beeinflussen kann.

Zunehmend limitiert Fremdbestimmung diesen Prozess. Ökonomisierung, Arbeitsverdichtung, Verrechtlichung und Wunschdenken sind nur einige Beispiele dieser Entwicklung. Aufgezwungene oder zugelassene Fremdbestimmung bestimmt unser tägliches Handeln und macht verantwortungsvolles Agieren im klinischen Alltag unmöglich.
An mancher Stelle ersetzt der normative Zwang das medizinisch Sinnvolle.

Unser Ziel muss es sein, die Urologie in die Lage zu versetzen, in der Zukunft in allen Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen, um im Wettbewerb erfolgreich zu bestehen. Dabei steht die Verantwortung für das Wohl der uns anvertrauten Patienten selbstverständlich im Mittelpunkt, jedoch auch die Fürsorge für unseren Nachwuchs und die uns komplementär ergänzenden urologischen Pflege- und Assistenzberufe.
Der Kongress 2018 soll hierzu Impuls- und Ideengeber sein und als Austauschplattform dienen. Das Kongresszentrum in Dresden bietet hierfür die besten Voraussetzungen, die Stadt selbst den passenden Rahmen dazu.

Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Urologie darf ich Sie herzlich nach Dresden einladen und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen in der als Florenz des Nordens bekannten Elbmetropole.

Ihr/Euer
Univ.-Prof. Dr. Paolo Fornara
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. 2018