S1 Die Harndrainage 2015

Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 16. September 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

Harnwegsinfektionen (HWI) zählen zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Während in der NIDEP-1-Studie 1995 (nosokomiale Infektionen in Deutschland - Erfassung und Prävention) post-operative Wundinfektionen ("surgical site infections", SSI) nach nosokomialen Pneumonien und HWI (Anteil 16%) noch die dritthäufigste nosokomiale Infektionsart darstellten, waren SSI im Jahr 2011 mit einem Anteil von 24,7% an die erste Stelle gerückt, gefolgt von nosokomialen HWI (nHWI, 22,4%) und Pneumonien (21,5%). Damit sind in Deutschland etwa 155.000 nHWI/ Jahr zu verzeichnen. Die einer sekundären Bakteriämie evtl. nachfolgende Urosepsis hat eine Mortaliät von 10%. In etwa 80% der Fälle sind nHWI mit einem Harnblasenkatheter assoziiert. [3, 20, 21, 35, 49, 60, 68, 69]

Jeder Blasenkatheterismus stellt einen Risikofaktor für HWI dar, der beim Verweilkatheter besonders groß ist. Der Durchführende muss mit der Technik und den Erfordernissen der Aseptik und Antiseptik sowie der Katheterhygiene vertraut sein. Das Risiko von Harnröhrenverletzungen durch den Katheterismus liegt in der gleichen Größenordnung wie das Risiko für Katheter-assoziierte HWI. Daher sind regelmäßige Schulungen - auch in der Erkennung Katheter-assoziierter Komplikationen - und praktisches Training erforderlich. Zur Intensivierung der Präventionsmaßnahmen wird die Zusammenfassung von präventiven Einzelmaßnahmen zu sog. Interventionsbündeln empfohlen. [9, 10, 40, 41, 44, 58]

Die Indikation zum Katheterismus der Harnblase ist grundsätzlich durch den Arzt zu stellen und zu dokumentieren. Allgemein anerkannte Indikationen sind eine akute Harnretention, eine kurzfristige Anwendung im Zusammenhang mit bestimmten operativen Eingriffen, eine genaue Bilanzierung der Urinausscheidung bei schwer kranken Patienten, eine Verbesserung der Lebensqualität bei im Sterben liegenden Patienten und eine Förderung der perinealen Wundheilung bei Hautschädigung durch Inkontinenz. Nicht indiziert ist beispielsweise die Verordnung eines Blasenkatheters nur aufgrund einer Harninkontinenz. Das Fortbestehen der Indikation für eine Katheterdrainage ist täglich ärztlich zu überprüfen. In Einrichtungen ohne ständige ärztliche Anwesenheit ist die ärztliche Anordnung regelmäßig zeitnah einzuholen.

Der Einsatz von Harnwegkathetern ist auf das medizinisch vertretbare Minimum zu reduzieren und eine Katheterentfernung zum frühestmöglichen Zeitpunkt anzustreben. [5, 8, 9, 11, 16, 22, 29, 39, 66]

Beispiele für medizinisch begründete Anwendungen eines Katheters

  • akuter Harnverhalt
  • Notwendigkeit der Bilanzierung bei schwer kranken Patienten
  • Kurzfristiger Einsatz im Zusammenhang mit bestimmten operativen Eingriffen
  • Patienten mit urologischen Operationen
  • Förderung der Wundheilung im Bereich des äußeren Genitale bei Harninkontinenz
  • Verbesserung der Lebensqualität bei im Sterben liegenden Patienten / auf Wunsch in der Palliativmedizin

Beispiele für unnötige Anwendungen eines Katheters

  • die Verordnung in Pflegeeinrichtungen nur aufgrund einer Harninkontinenz des Patienten
  • unnötige Verlängerung der Katheterliegedauer, z. B. bei Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder nach Abschluss der intensivmedizinischen Überwachung/Bilanzierung

(Tabelle 1: Indikationen für den Katheterismus der Harnblase)

1. Harnableitung durch Katheter

1.1 Der transurethrale Harnblasenkatheter: Einmalkatheterismus (EK), Verweil-(Dauer-)katheter (DK)

Das Legen eines transurethralen Katheters hat unter aseptischen Bedingungen zu erfolgen. Der Patient wird mit vollständig entblößtem Unterkörper flach gelagert. Nach Vorbereitung der benötigten sterilen Arbeitsmaterialien und hygienischer Händedesinfektion erfolgt die mechanische Reinigung und Antiseptik des äußeren Genitale und der Harnröhrenöffnung.

Es sind sterile Handschuhe zu tragen und steriles Gleitmittel zu verwenden. Das Genitale wird steril abgedeckt. Der sterile Katheter ist mit sterilem Handschuh oder steriler Pinzette zu führen oder es ist eine sterile Katheter-Schutzhülle zu verwenden. Die Katheterstärke muss der Weite des Meatus urethrae angepasst sein. Sie sollte bei Erwachsenen 18 Charrière im Regelfall nicht überschreiten.

Durch die Verwendung von Kathetersets und bei Beteiligung einer Hilfsperson wird die Handhabung vereinfacht und das Infektionsrisiko vermindert. Die Ballonfüllung eines Blasenverweilkatheters erfolgt vorzugsweise mit einer sterilen 8-10%igen Glycerol-Wasserlösung, da hierdurch besonders bei kleinen Ballonvolumina der ungewollte Verlust (Diffusion) von Blockflüssigkeit und Obstruktionen des Blockkanals minimiert werden können. [1, 37, 50, 54, 63]

1.2 Der suprapubische Harnblasenkatheter (SBK)

Falls eine längerfristige (> 5 Tage) Drainage der Harnblase erforderlich ist, sollte zur Vermeidung der urethralen mukopurulenten Membran durch Umgehung der Harnröhre der SBK dem transurethralen Verweilkatheter vorgezogen werden, sofern keine Kontraindikation besteht. Die zuverlässige Vermeidung Katheter-bedingter Harnröhrenstrikturen und subvesikaler Infektionen sowie die problemlose Kontrolle von Spontanmiktion und Restharn sind entscheidende Vorteile der suprapubischen Blasendrainage. Anlage und Wechsel sollen unter aseptischen Bedingungen mit einem möglichst atraumatischen, anwenderfreundlichen Punktionsbesteck erfolgen. Die SBK-Anlage ist bezüglich der Aseptik einem operativen Eingriff gleichzusetzen und wird nach dem Ausschluss von Kontraindikationen und entsprechender Aufklärung nur durch den Arzt durchgeführt. [24, 25, 28, 43, 47, 51, 65]

Relative Kontraindikationen

  • Suprasymphysäre Vernarbungen oder Verbrennungen
  • Meteorismus, Darmüberblähung, Ileus
  • Schwangerschaft
  • Adipositas
  • Antikoagulation, Gerinnungsstörung
  • Thrombopenie

Absolute Kontraindikationen

  • Ungenügend gefüllte oder aufgefüllte Harnblase (< 200 ml)
  • Blasentumor
  • Abdominaltumor mit Verdrängung der Harnblase
  • Hauterkrankungen im Punktionsbereich

(Tabelle 2: Kontraindikationen des suprapubischen Katheters)

1.3 Nieren- und Harnleiterkatheter

Nephrostomiekatheter (synonym: Nierenfistel (-katheter), NFK) und Harnleiterschiene (synonym: DJ-, Doppel-J-, Pigtail-Katheter, Ureterendoprothese, Stent) werden bei Harntransportstörungen zur Sicherung der Harndrainage und der Nierenfunktion mittels Punktion bzw. endoskopisch im oberen Harntrakt platziert. Sowohl deren Einlage als auch Nachsorgeverrichtungen erfolgen nach aseptischen Grundsätzen.

2. Infektionsgefahren

2.1 Vom Patienten ausgehend

Infektionsquellen sind die erregerbesiedelte Perianalregion, der Genitalbereich und der Unterbauch (Schamhaare) des Patienten. Mit zunehmender Liegedauer eines transurethralen Katheters nimmt die retrograde, extrakanalikuläre Erregeraszension über die mukopurulente Membran zu. Das Infektionsrisiko wird durch verschiedene Faktoren erhöht, wie z.B. Manipulation am Ableitungssystem, Obstruktionen im Harntrakt, geringe Diurese, Immunsuppression, Diabetes mellitus, Polytrauma, Immobilität, Lebensalter und Stuhlinkontinenz. [7, 12, 14, 18, 27, 28, 46, 48, 56, 61, 62]

2.2 Vom Personal ausgehend

Ein unzureichender Ausbildungsstand ist häufig die Ursache unsachgemäßer Manipulationen am Katheter und Harnableitungssystem sowie einer mangelhaften Standardhygiene und Grundpflege des Patienten und Katheters. Eine Antibiotikatherapie kann zur Erregerselektion und damit zu therapieresistenten nosokomialen Harnwegsinfekten führen. Bei Vorliegen einer Katheter-assoziierten Harnwegsinfektion entsprechend den CDC-Definitionen [19, www.cdc.gov/HAI/ca_uti/uti.html] sollte vor einer testgerechten Antibiose zunächst die Qualität der Harndrainage überprüft werden. Eine Infektionsprophylaxe mit Antibiotika sollte weder zum Legen eines Blasenverweilkatheters noch bei liegendem Katheter erfolgen. Erhalten Patienten aus anderen Gründen Antibiotika, so ist wegen der zu erwartenden Erregerselektion im Rahmen der prospektiven Infektionskontrolle beim Blasenverweilkatheter auch ein mikrobiologisches Harnmonitoring zu empfehlen - dies auch bei eingeschränkter Nierenfunktion mit reduzierter Harnproduktion. Mikrobiologisches Harnmonitoring ist auch beim Auftreten von Krankheitserregern mit spezifischen Resistenzen und Multiresistenzen auf einer Station erforderlich. Bei fehlendem Urinfluß und fraglicher Verstopfung des Katheters sollte vorzugsweise eine sonographische Kontrolle der Blasenfüllung mit ggf. nachfolgendem Katheterwechsel an Stelle eines probatorischen An-/Freispülens des Katheters erfolgen. [9, 22, 32, 37, 56]

Beeinflussbare Faktoren

  • Indikationsstellung zur Katheterisierung (streng!)
  • Qualität der Katheterinsertion (Antisepsis, Technik)
  • Drainageform (transurethral / suprapubisch)
  • Dauer der Katheterdrainage (frühestmögliche Entfernung)
  • Länge der Wechselintervalle (individualisiert)
  • Harn-pH (Inkrustation)
  • Kathetermaterial (Biokompatibilität)
  • Ableitungssystem (geschlossen)
  • Katheterhygiene
  • Antibiotika (Selektion resistenter Erregerspezies)

Nicht oder nur eingeschränkt beeinflussbare Faktoren

  • Mechanische Faktoren (Zelldesquamation etc.)
  • Anatomische Integrität (Urothelläsion)
  • Immunkompetenz (Polytrauma, Diabetes etc.)
  • Art und Schwere der Grunderkrankung
  • Weibliches Geschlecht (Menopause)
  • Alter >70 Jahre
  • Immobilisierung
  • Ausprägung der meatalen und perinealen Kolonisation
  • Diurese

(Tabelle 3: Risikofaktoren Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen)


Bei der transurethralen Katheterisierung/Instrumentation können Mikroorganismen auf 3 Wegen in die Harnblase gelangen:

  • Bei Insertion des Katheters durch Einschieben aus dem Bereich des Meatus/der Fossa navicularis und der distalen Harnröhre. Durch retrograde extrakanalikuläre Migration zwischen Verweilkatheter und Harnröhrenschleimhaut. Durch retrograde intrakanalikuläre Aszension aus einem kontaminierten Harnsammelbeutel oder Verweilkatheter nach Diskonnektion des geschlossenen Harnableitungssystems oder bei Verwendung eines ungeeigneten Systems Die multifaktorielle Pathogenese der Katheter-assoziierten Harnwegsinfektion und ihrer Komplikationen kann neben der bakteriellen auch eine chemische und mechanische Komponente aufweisen: Die Katheteroberfläche verursacht eine mechanische Reizung des Urothels. Der Druck des Katheters auf die Schleimhaut führt zu lokalen Durchblutungsstörungen, die eine Schwächung der mikrobiellen Abwehrlage der Schleimhaut bewirken.
  • Der Katheter behindert den Sekretabfluss urethraler Drüsen.
  • Sog. "mukopurulente Membranen" oder Biofilme, entstanden aus aufgestauten Sekreten und Zelldetritus, dienen als Nährboden und Leitschiene für extrakanalikulär aufsteigende bakterielle Infektionen.
  • Aus dem Kathetermaterial abgegebene Stoffe, wie z. B. sog. Weichmacher führen zu chemischer Reizung des Harnröhrenepithels.
  • Oberflächeninkrustationen auf dem Kathetermaterial begünstigen die Biofilmbildung als Haftgrundlage für Bakterien, Zelldetritus und Sekrete und bedingen eine zusätzliche mechanische SchleimhautirritationEndzustand einer narbig-fibrosierenden Entzündung (Urethritis) ist die Harnröhrenstriktur.

(Tabelle 4: Pathomechanismen Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen)

3. Harnableitungssystem

Bei transurethraler und suprapubischer Dauerharnableitung (Verweilkatheter) muss ein steriles, geschlossenes Ableitungssystem verwendet werden. Dieses ist dadurch charakterisiert, dass es während der Ableitung das Lumen der Harndrainage vor Kontamination von außen weitestgehend schützt und damit den grundlegenden Anforderungen der Norm DIN EN ISO 8669-2: 1997-04 entspricht. Es sollen nur Systeme zur Anwendung kommen, die auch die hygienischen Anforderungen an die Harnprobenentnahmestelle für bakteriologische Untersuchungen, an die Rückflusssperre, das Luftausgleichsventil sowie den Ablassstutzen und -verschluss erfüllen.

Der Auffangbeutel muss immer freihängend ohne Bodenkontakt unter dem Blasenniveau positioniert sein. Ein Abknicken des Katheters oder Ableitungssystems ist zu vermeiden. Das intermittierende Abklemmen des Katheters zur Steigerung der Blasenkapazität (sog. "Blasentraining") kann Infektionskomplikationen initiieren und muss unterbleiben. Zur Bilanzierung der Harnausscheidung kann ein geschlossenes Drainagesystem mit integriertem Urinmessgerät verwendet werden. Das Ablassen des Urins sollte rechtzeitig erfolgen, bevor der Harn mit der Rückfluss-Sperre in Kontakt kommt. Dabei sind Einweghandschuhe zu tragen und auf Spritzschutz sowie die Verhinderung des Nachtropfens der Rückstecklasche zu achten, um eine Kontamination des Personals und der Umgebung mit Gefährdung anderer Patienten zu verhindern.

Der Wechsel des Ableitungssystems (aseptisch, inklusive Katheterwechsel) erfolgt nicht routinemäßig in festen Intervallen, sondern bei Bedarf in Abhängigkeit von Inkrustation, Obstruktion oder Verschmutzung. Im Falle einer symptomatischen Katheter-assoziierten Harnwegsinfektion erfolgt der Wechsel des Katheters und des geschlossenen Harnableitungssystems vor Einleitung einer kalkulierten antibiotischen Behandlung. Die Urinprobe für die mikrobiologische Diagnostik zur Erreger-, Anzahl- und Resistenzbestimmung wird dabei aus dem frisch eingelegten Katheter gewonnen. Ein geschlossenes Harnableitungssystem ist kein Ersatz für verantwortungsvolle Katheterpflege und Genitalhygiene. [9, 17, 22, 23, 31, 34, 37, 64, 71]

4. Katheterpflege

Beim transurethralen Katheter sind Urethramündung, Katheter und Genitalregion täglich mit Wasser und Seifenlösung ohne den Zusatz antiseptischer Substanzen im Rahmen der allgemeinen Körperpflege zu reinigen. Auch beim suprapubischen Katheter (SBK) wird das Punktionsgebiet am Unterbauch, der Katheter und die Genitalregion täglich mit Wasser und Seife gereinigt. Ein Verband ist nur nach Anlage des SBK oder bei Entzündungen erforderlich. Im Falle tröpfchenweiser Parasekretion kann ein trockener Verband aus hygienischen Gründen zum Schutz der Wäsche verwendet werden. [42, 70].

Eine prophylaktische Antibiotikagabe soll weder zum Legen eines Blasenverweil-katheters noch bei liegendem Katheter erfolgen. Das Drainagesystem darf nur unter aseptischen Kautelen geöffnet und wieder geschlossen werden. Bei Diskonnektion erfolgt die erneute Verbindung von Katheter und Konus des Drainageschlauches nach Sprüh- und Wischdesinfektion mit einem alkoholischen Präparat. Sog. "präkonnektierte Systeme" mit einem Siegel über der Verbindung zwischen Katheter und Drainage-schlauch sollen von unnötigem Diskonnektieren und Öffnen des geschlossenen Systems abhalten. Spülungen und Instillationen über den liegenden Katheter sind wegen der Infektionsgefahr nur bei spezieller urologischer Indikation durchzuführen. Auf eine ausreichende Diurese zur "inneren Spülung" (Ausspüleffekt, z.B. von Detritus und aszendierenden Erregern, Inkrustationsprophylaxe) ist zu achten. Zu diesem Zweck sollte die Harnausscheidung möglichst mehr als 1,5 bis 2 l/24 h bei einem spezifischen Gewicht von = 1015 g/l betragen, ggf. unterstützt durch eine Harnansäuerung auf einen Urin-pH zwischen 5,8 bis 6,2 z.B. durch die Gabe von Vitamin C-Pulver 3 x 1g oder L-Methionin 3-6 x 500mg Tbl. (Acimethin®). [9, 22, 37, 57, 67]

5. Kathetermaterial

Das Kathetermaterial sollte biostabil und biokompatibel sein. Bei einer längerfristigen Blasendrainage (> 5 Tage) sollen deshalb Vollsilikonkatheter verwendet werden. Für die Kurzzeitdrainage (

6. Besonderheiten der Harnableitung bei neurogener Blasenentleerungsstörung

Der transurethrale Verweilkatheter sollte lediglich in der Frühphase einer Querschnitts-lähmung zum Einsatz kommen. Der suprapubische Harnblasenkatheter (SBK) ist indiziert, wenn der Patient sich nicht selbst katheterisieren kann oder eine ausreichende pflegerische Versorgung nicht möglich ist. Der SBK findet auch bei der Intensivpflege mit erforderlicher Flüssigkeitsbilanzierung (z.B. Polytrauma mit akuter Querschnitts-lähmung) und bei nicht durchgängiger Harnröhre (Trauma, Stenose) Verwendung. SBK und transurethraler Dauerkatheter können als Fremdkörper in der Blase bzw. Harnröhre zu schweren entzündlichen Veränderungen und erhöhter Infektinzidenz, besonders bei Patienten im "spinalen Schock" führen.

Der konsequente aseptische, intermittierende Katheterismus ist bei in- oder hypoaktiver, sog. "schlaffer" Harnblase und bei der hyperreflexiven Blase die Methode der Wahl. Es gelten prinzipiell die gleichen Bedingungen wie für den aseptischen Katheterismus (siehe auch 1.1).

Für den langfristigen intermittierenden (geschulten) Selbst- oder Fremdkatheterismus im häuslichen Milieu ist zur Infektionsprophylaxe eine adäquate Katheterisierungsfrequenz (bis 6 mal/24 h) erforderlich. Die Intervalle sind so zu wählen, dass eine Füllung der Harnblase über 400 ml vermieden wird. Zum Einsatz kommen hierbei sterile PVC-Einmalkatheter mit gerader, weicher, konisch geformter Spitze und entschärften "Katheteraugen" in gut handhabbarer Verpackung in Kombination mit sterilem Gleitmittel, die aus ihrer Folienverpackung heraus aseptisch in die Harnröhre eingeführt werden. Sterile Handschuhe sind dann entbehrlich. Auf die hygienisch Händedesinfektion und Dekontamination der Harnröhrenöffnung und ihrer Umgebung mit einem Schleimhautantiseptikum darf hingegen nicht verzichtet werden. [6]


Synopse der Empfehlungen zur Prävention Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen

Indikation

  • Medizinisch strenge Begründung (Arzt) und Dokumentation
  • Weiterbestehen der Indikation täglich ärztlich überprüfen; z.B. Einsatz von Checklisten für Interventionsbündel im Rahmen von Surveillance und QM
  • In (Pflege-) Einrichtungen ohne ärztliche Anwesenheit muss Indikationsstellung und -überprüfung durch den Arzt zeitnah eingeholt und dokumentiert werden Überprüfung von Alternativen, v.a. des aseptischen intermittierenden Einmal- (Selbst-) Katheterismus (ISK)

Personen

  • Regelmäßige Schulung des ärztlichen und pflegerischen Personals(aseptisches Vorgehen, Katheterisierungstechnik, Umgang mit dem liegenden Katheter, Erkennung von Katheter-assoziierten Komplikationen / Infektionen)
  • Schulung des Patienten und der häuslich Pflegenden (z.B. Angehörige), ggf. mit Hilfe geeigneten Informationsmaterials

Arbeitsweise und Materialien

  • Strenge Beachtung der Basishygiene
  • Aseptisches Katheterisieren in einwandfreier Technik
  • Verwendung ausschließlich steriler Verbrauchsmaterialien (sterile Handschuhe, Abdeckmaterial, Tupfer (ggf. Pinzette), Schleimhautantiseptikum, Gleitmittel, Katheter, geschlossenes Harndrainagesystem)
  • Hygienische Händedesinfektion vor und nach jeder Manipulation am Katheter

Katheterisierung und Harnableitungssystem

  • Bevorzugung des ISK, wenn indiziert und praktikabel
  • Suprapubische Katheterdrainage zur Vermeidung subvesikaler Komplikationen bei Langzeitdrainage (> 5 d ) und größeren Operationen im kleinen Becken / am Genitale
  • Anpassung der Katheterstärke an die Weite des Meatus urethrae
  • Ballonblock mit sterilem Aqua dest. oder steriler 8-10%iger Glycerol-Wasser-Lösung
  • Blockvolumen nach Herstellerangaben (Überblockung vermeiden!)
  • Nur geschlossene Ableitungssysteme einsetzen mit Probeentnahmestelle für bakteriologische Untersuchungen, Rückflusssperre, Luftausgleichsventil und Ablassstutzen/-ventil (DIN EN ISO 8669-2:1997-04) 

Kathetermaterial

  • PVC für Einmalkatheterismus (ISK)
  • Latex für die Kurzzeitdrainage (<5 d), sofern eine Latexallergie ausgeschlossen ist
  • Silikon für die Langzeitdrainage (>5d + suprapubisch) 

    Kommentar: 
  • Vollsilikon besitzt die höchste Biokompatibilität und -stabilität
  • Latexkatheter besitzen das höchste Allergisierungspotential
  • Hydrogel-beschichtete Katheter und Silikonkatheter bieten Vorteile im Hinblick auf Patientenkomfort und Inkrustationsprophylaxe
  • Keines der Kathetermaterialien wirkt unmittelbar infektionspräventiv; das gilt auch für antimikrobiell beschichtete Katheter

Handling und Katheterpflege

  • Abkickung des Katheters und Drainageschlauchs vermeiden, freien Urinabfluss gewährleisten
  • Frei hängender Auffangbeutel ohne Bodenkontakt und stets unter Blasenniveau
  • Katheter und Drainageschlauch grundsätzlich nicht diskonnektieren (außer bei spezifischen urologischen Indikationen)
  • Wisch-/Sprühdesinfektion der Verbindungsstelle mit alkoholischem Präparat, vorher und nachher, wenn Diskonnektion nicht zu vermeiden ist
  • Rechtzeitige Entleerung des Drainagebeutels, bevor Urin mit Rückflusssperre in Kontakt kommt; dabei Einmalhandschuhe tragen (Personalschutz)
  • Bei Entleerung des Drainagebeutels auf Spritzschutz achten, Nachtropfen verhindern
  • Ablassstutzen nicht mit Auffanggefäß in Kontakt kommen lassen
  • Patientenbezogener Einsatz des Auffanggefäßes, anschließende desinfizierende Reinigung
  • Reinigung des Genitales mit Trinkwasser und Seifenlotion ohne antiseptische Zusätze im Rahmen der normalen täglichen Körperpflege
  • Ggf. schonende Entfernung von Inkrustationen am Meatus urethrae

Katheterliegedauer und -wechselintervalle

  • Reduktion der Liegedauer auf das medizinisch erforderliche Minimum
  • Individualisierte Katheter-Wechselintervalle (z.B. bei Infektion, Inkrustation, Obstruktion, Verschmutzung, technischem Defekt) nach ärztlicher Indikationsstellung
  • Beim Wechsel des Katheters stets Austausch des gesamten Drainagesystems

Gewinnung von Harnproben

  • Nur aus der dafür vorgesehenen patientennahen Entnahmestelle am Drainagesystem nach vorheriger Wischdesinfektion mit alkoholischem Präparat
  • Bakteriologische Urindiagnostik bei dauerkatheterisierten Patienten grundsätzlich nur bei klinischer Symptomatik oder vor Operationen am Harntrakt oder aus epidemiologischen Gründen

Antibiotische Prophylaxe und Blasenspülungen

  • Keine Antibiotika-Prophylaxe beim Legen eines Dauerkatheters oder während der Katheterliegedauer
  • Keine regelmäßigen oder intermittierenden Spülungen über den liegenden Katheter (außer bei speziellen urologischen Indikationen)
  • Keine Instillationen von antiseptischen oder antimikrobiellen Substanzen in das Harndrainagesystem (außer bei speziellen urologischen Indikationen)

Blasentraining

  • Obsolet, da es infektiösen Komplikationen Vorschub leistet

(Tabelle 5: Synopse der Empfehlungen zur Prävention Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen)

7. Gewinnung und Transport von Urinproben zur Infektionsdiagnostik

Die Uringewinnung zur mikrobiologischen und quantitativ - chemischen oder mikroskopischen Harnuntersuchung, insbesondere der Leukozyturie, entsprechend den CDC-Kriterien, erfolgt beim Verdacht auf eine Harnwegsinfektion und zur Kontrolle des Therapieerfolges oder bei unklarem Fieber sowie ggf. auch als mikrobiologisches Harnmonitoring im Rahmen der prospektiven Infektionskontrolle beim Blasenverweilkatheter (siehe auch 2.2). [4, 15, 19, 36, 38, 59, www.cdc.gov/HAI/ca_uti/uti.html]

7.1 Mittelstrahlurin

Der Mittelstrahlurin wird durch den Patienten selbst gewonnen. Eine ausführliche Information des Patienten über die korrekte Technik ist entscheidend für die Aussagekraft des Ergebnisses durch das Vermeiden einer Kontamination der Harnprobe.

Material:

  • Urinbecher (sauberer (unsteriler) Einmalbecher)

Vorgehensweise:

  • Händewaschen
  • Intimtoilette mit Kompresse, Wasser
  • Dabei für Frauen: Spreizen der Labien
  • Für unbeschnittene Männer: Zurückziehen der Vorhaut. Ist das nicht möglich, ist die Aussagekraft des Untersuchungsergebnisses stark eingeschränkt. Ggf. Einmalkatheterismus oder Blasenpunktionsurin (siehe 7.4)
  • Erste Urinportion verwerfen, nur die mittlere Portion im Urinbecher auffangen
  • Die letzte Miktion sollte mehr als 3 Stunden zurückliegen
  • Morgenurin ist am besten geeignet

7.2 Einmalkatheterurin (nur beim weiblichen Geschlecht)

Der Urin wird von einer im transurethralen Katheterismus geschulten und erfahrenen Person gewonnen (siehe auch 1.1), wenn Mittelstrahlurin nicht gewonnen werden kann.

Material:

Möglichst Verwendung eines Katheterisierungssets mit folgendem Inhalt:

  • Steriler Einmalkatheter
  • Sterile Handschuhe
  • Steriles Abdeckmaterial
  • Schleimhautantiseptikum (z.B. wässrige PVP-Jodlösung, Octenidin)
  • Steriles Gleitmittel Sterile Tupfer, ggf. sterile Pinzette
  • Urinbecher (Einmalbecher)

Vorgehensweise:

  • Optimale Lagerung der Patientin und entsprechende Lichtverhältnisse
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Aseptisches Katheterisieren der Harnblase (siehe 1.1) mit sterilen Handschuhen
  • Auffangen des Urins im Einmalbecher (erste Portion verwerfen)

7.3 Urin aus Blasenverweilkatheter

Für die mikrobiologische Diagnostik wird Urin durch Punktion und Aspiration nur aus der dafür vorgesehenen patientennahen Entnahmestelle am geschlossenen Harndrainagesystems entnommen. Eine Diskonnektion von Katheter und Harndrainagesystem zur Urinprobengewinnung muss unterbleiben. Urin für andere Untersuchungszwecke kann aus dem Ablassstutzen des Urinsammelbeutels entnommen werden.

Material:

  • Alkoholisches Desinfektionsmittel
  • Sterile Tupfer
  • Einweghandschuhe (unsteril)
  • Sterile 10 bis 20 ml Spritze mit Kanüle

Vorgehensweise:

  • Hygienische Händedesinfektion
  • Urin ansammeln: Ableitungsschlauch ca. 3 bis 5 cm distal der Entnahmestelle abklemmen Wischdesinfektion der Entnahmestelle
  • Desinfektionsmittelreste mit sterilem Tupfer vollständig entfernen
  • Punktion der Entnahmestelle am Ableitungsschlauch

7.4 Blasenpunktionsurin

Die Indikation zur Blasenpunktion wird vom Arzt gestellt und von diesem aseptisch durchgeführt.

Material:

  • Steriles Punktionsset bestehend aus Spritze, Kanüle, Tupfer, Abdeckmaterial und Handschuhen, Hautantiseptikum
  • Steriler Urinbecher

Vorgehensweise:

  • Hygienische Händedesinfektion
  • Kontrolle der Blasenfüllung (Ultraschall, Palpation) von vorzugsweise ≥150 ml
  • Handschuhe anziehen
  • Hautantiseptik der suprapubischen Einstichstelle (Einwirkzeit beachten!)
  • Punktion der Harnblase ca. 1 Querfinger oberhalb der Symphyse in der Mittellinie senkrecht zur Bauchdecke und Aspiration des Urins

7.5 Beschicken des Eintauchnährbodens

Der handelsübliche Nährboden wird aus dem Kunststoffröhrchen entnommen und vollständig in die frisch gewonnene Urinprobe eingetaucht. Sofern nur wenig Urin vorhanden ist, wird dieser tropfenweise auf beide Seiten des Nährbodens aufgetragen, bis diese vollständig benetzt sind. Nach Abtropfen überschüssigen Urins wird der Nährboden in das Kunststoffröhrchen zurückgesteckt und ins Labor gegeben. Alternativ wird er im Brutschrank bei 37°C für 24 h bebrütet und danach die makroskopisch sichtbare Koloniendichte beurteilt. Die bebrüteten Nährböden (Objektträgerkulturen) mit "signifikanter" oder infektverdächtiger Erregerzahl werden umgehend in das Labor gebracht. Diese Methode ist aus mikrobiologischer Sicht nicht so aussagekräftig wie die Verwendung von Nativurin.

7.6 Nativurin

Steht ein gut eingerichtetes mikrobiologisches Laboratorium zur Verfügung, wird nach der quantitativ - chemischen (Teststreifen) oder mikroskopischen Harnuntersuchung des frisch gewonnenen Nativurins dieser sofort zur quantitativen und qualitativen Erregerdiagnostik (Erregerisolierung, -identifizierung, Antibiogramm) in das Labor gebracht, wo er innerhalb längstens 1 Stunde verarbeitet werden muss.


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