Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 12. November 2009|Aktualisiert am 06. April 2017

Selbstkatheterismus: So können Patienten Harnwegsinfekte vermeiden

Patienten mit Verlust der Blasenentleerungsfunktion sind abhängig von Kathetern und anderen Hilfsmitteln. Die betroffenen Menschen sind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch sehr belastet. Neurologische Ursachen wie Querschnittlähmung, Multiple Sklerose oder andere Erkrankungen des Nervensystems können dazu führen, dass das normale Harnlassen nicht mehr möglich ist. Um ein selbstständiges Leben führen zu können, bietet der intermittierende Selbstkatheterismus (ISK) diesen Menschen mit dem eigens für den Patientengebrauch entwickelten sterilen Einmalkatheter  wieder Lebensqualität. Darüber hinaus besitzt der seit den 70er Jahren etablierte ISK auch hinsichtlich der langfristigen Nieren- und Blasengesundheit Vorteile gegenüber anderen Kathetersystemen. So sinkt durch das mehrmals tägliche  Entleeren der Harnblase die Gefahr von Nierenschäden, die durch zu hohen Druck in der Blase und damit durch einen Rückstau des Urins in den Harnleitern entstehen können.
Da immer wieder von außen auf die Blase zugegriffen wird, besteht die Gefahr wiederkehrender Harninfektionen. So haben es Umgebungskeime leicht, ins Körperinnere zu gelangen, um Entzündungsreaktionen hervorzurufen.

Beim Einführen eines Katheters werden die Keime in Richtung Blase mitgeführt.
So lassen sich Harnwegsinfekte vermeiden:

-          Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife
-          Reinigung und Desinfektion des Intimbereichs
-          Ruhige, überlegte Vorgehensweise
-          Einmalkatheter unbedingt nur einmal benutzen
-          Katheter mit Vorlaufspitze bevorzugen
-          Auf genügend Trinkmenge achten
-          Über Nahrungsergänzungsmittel für ein gesundes Harnmilieu sorgen

Einmalkatheter mit Vorlaufspitze minimieren das Risiko, dass Keime mit der Katheterspitze in die Blase transportiert werden, da sich die meisten Bakterien im Bereich der äußeren 1,5 Zentimeter der Harnröhre befinden.

Ausführliche Informationen von Anneke Bosse finden Sie in der Zeitschrift „ DIE SCHWESTER DER PFLEGER“, 48.Jahrg.11/09