Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 14. Mai 2009|Aktualisiert am 06. April 2017

Patienten-Lagerung auf dem OP-Tisch

Die korrekte Lagerung eines Patienten auf dem Operationstisch sowie deren regelmäßige Überprüfung während des operativen Eingriffes gehören zu den wichtigsten Aufgaben des OP-Pflegepersonals. In der Regel ist zwar der Operateur für die Lagerung des Patienten formal verantwortlich, in der Praxis wird diese Zuständigkeit aber oft den Pflegekräften übertragen. Nach Ansicht von Versicherungsexperten gehen die Gerichte in Streitfällen um eine möglicherweise schädigende Lagerung von Patienten bei einer Operation zunächst davon aus, dass ein Behandlungsfehler vorliegt. Die Folge: Um sich zu entlasten, muss das Krankenhaus oder der Operateur den Nachweis erbringen, dass der Patient sachgerecht gelagert wurde.

Vor dieser Ausgangslage in puncto Haftung wundert es nicht, dass Fragen der Lagerung von Patienten beim Pflegepersonal in den OP-Abteilungen häufiger für Unsicherheit sorgen. Dies gilt besonders für die Frage der Abgrenzung der Verantwortung. Nach Informationen der Fachzeitschrift „Die Schwester – Der Pfleger“ wird von Juristen überwiegend die Auffassung vertreten, dass der Operateur die letzte Verantwortung hat, also die durch das Pflegepersonal erfolgte Lagerung vor OP-Beginn nochmals kontrollieren muss, selbst wenn es eigene Lagerungspfleger gibt. Entsprechend trage der Anästhesist die Verantwortung für die Lagerung, die aufgrund der Narkose notwendig sei. Hier gehe es in der Praxis besonders um das Auslagern der Arme, da eine Überstreckung zu Nervenschädigungen führen könne.

Ein gutes Risikomanagement bei der Lagerung von Patienten auf dem OP-Tisch hat hohen Stellenwert: Dazu gehören klare Regelungen über die Zuständigkeiten für diese Aufgabe, und es ist dringend angeraten, die Art der Lagerung im Anästhesie- beziehungsweise Operationsprotokoll zu dokumentieren, insbesondere auch jede Umlagerung im Verlauf der Operation und die daran Beteiligten. Ebenso sollten präoperative Risiken der Lagerung des Patienten festgehalten werden. Selbst die verwendeten Lagerungshilfsmittel können im Streitfall von Bedeutung sein. Zudem sollte die regelmäßige Schulung des zuständigen OP-Personals ebenso selbstverständlich sein, wie die Festlegung von disziplinübergreifenden OP-Lagerungsstandards im Krankenhaus. 

Quelle: Fachzeitschrift „Die Schwester – Der Pfleger“