Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 22. Juni 2009|Aktualisiert am 06. April 2017

Kleiner Stich mit großen Folgen

BVMed bietet Schulungs-CD zur "Vermeidung von Nadelstichverletzungen"

Infektionen durch Nadelstiche sind ein typisches Berufsrisiko im Gesundheitswesen. Allein in den Unfallstatistiken der Krankenhäuser stehen solche Verletzungen des Personals als Risikoquelle immer noch an erster Stelle. Um Nadelstichverletzungen nachhaltig zu vermeiden, müssen verschiedene Faktoren zusammen wirken: die konsequente Schulung des Personals, die Verstärkung des Arbeitsschutzes durch organisatorische Maßnahmen und der Einsatz sicherer Arbeitsgeräte. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat jetzt eine Schulungs-CD zum Thema „Vermeidung von Nadelstichverletzungen“ veröffentlicht. Die sieben Lerneinheiten der CD bieten sowohl für Lernende und Lehrende an Pflegeschulen, als auch für Menschen, die bereits in Gesundheitsberufen stehen, detaillierte Hilfestellungen für Schulung und Selbststudium zu diesem Thema an.
Exakte Zahlen über die Häufigkeit von Nadelstichverletzungen in den medizinischen Einrichtungen Deutschlands gibt es nicht, auch weil das Meldeverhalten nach Ansicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) noch unzureichend ist; Schätzungen gehen weltweit von rund 500.000 pro Jahr aus. Nach einer EPINet-Erhebung in deutschen Krankenhäusern, die die Gemeinschaftsinitiative SafetyFirst! durchführt, sind mehr als die Hälfte aller Betroffenen Pflegekräfte (56 Prozent), ein weiteres Viertel gehört zum ärztlichen Personal (28 Prozent). Aber auch Reinigungskräfte oder Hilfspersonal wie etwa Zivildienstleistende sind – oft durch unsachgemäß entsorgte Kanülen und andere spitze oder scharfe Arbeitsgeräte – betroffen.

Nach Informationen des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV sind das Hepatitis-B-, das Hepatitis-C- sowie das HI-Virus die Krankheitserreger, deren Übertragung durch Nadelstichverletzungen die größte und schwerwiegendste Bedeutung haben. „Dennoch“, so die Düsseldorfer Arbeitsmedizinerin Dr. Ulrike Hein-Rusinek, „werden Stichverletzungen immer noch bagatellisiert.“ Vor allem ältere Mitarbeiter nähmen sie als selbstverständlich hin, so als ob sie zum Beruf dazugehörten. Hier gelte es, durch Schulung ein angemessenes Risikobewusstsein zu schaffen.

Die Lehr-CD wird herausgegeben vom Fachbereich „Nadelstich-Prävention“ des BVMed und kostenlos zur Verfügung gestellt, solange der Vorrat reicht. Interessierte wenden sich an BVMed, Elke Vogt, E-Mail: nsp(at)bvmed.de