Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

GKV-Versorgungsstrukturgesetz: Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Niedergelassene

05.12.2011 – Mit dem neuen GKV-Versorgungsstrukturgesetz will der Gesetzgeber junge Ärztinnen und Ärzte motivieren, sich insbesondere in unterversorgten ländlichen Regionen niederzulassen. Neben gezielten Anreizen soll das auch durch Regelungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht werden. Die mangelnde Vereinbarkeit ist besonders für Medizinerinnen das größte Karrierehindernis, sagt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU). Hier solle nun gesetzlich gegengesteuert werden, indem die Arbeit im Fall von Familienzuwachs durch mehr Vertretungsmöglichkeiten flexibler gestaltet werde.

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So sieht die Änderung der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte als Teil des neuen Versorgungsstrukturgesetzes vor, dass selbstständige Medizinerinnen sich nach der Entbindung künftig bis zu zwölf Monate vertreten lassen können. Außerdem sollen junge Eltern die Möglichkeit bekommen, während der Zeit der Kindererziehung für insgesamt bis zu 36 Monate einen sogenannten Entlastungsassistenten, also einen ärztlichen Vertreter, beschäftigen zu können. Auch für die häusliche Pflege eines nahen Angehörigen sollen niedergelassene Ärzte für die Dauer von bis zu sechs Monaten eine vertretene Auszeit nehmen dürfen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Beschäftigung einer ärztlichen Vertretung weiterhin genehmigen müssen, können diese Zeiträume auch verlängern. 

Die erweiterten Vertretungsmöglichkeiten steigern nach Einschätzung von BDU-Präsident Schroeder die Attraktivität des Berufsbildes als niedergelassener Arzt. Die Flexibilisierung der Arbeit trage zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei und stärke dadurch zugleich auch das Prinzip der Freiberuflichkeit. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie etwa Auszeiten für die Kindererziehung seien künftig auch außerhalb einer Anstellung als Klinikarzt möglich. 

Der festgestellte Trend, dass der Anteil von Frauen unter den niedergelassenen Ärzten wächst, soll per Gesetz durch die erweiterten Vertretungsmöglichkeiten weiter gefördert werden. Waren es im Jahr 2000 noch 37 Prozent Frauen, die mit Unterstützung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eine Praxis gründeten oder übernahmen, so stieg dieser Anteil bis 2009 auf 42 Prozent, in den östlichen Bundesländern sogar auf bis zu 58 Prozent. Die geplanten gesetzlichen Änderungen sollen helfen, den Gegensatz zwischen dem Sprung in die Selbstständigkeit und der Familienplanung weiter aufzulösen.
 (ing)


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