Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Neue Daten zu Krebserkrankungen: Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der Urologen in der Onkologie

13.04.2012. In diesem Jahr werden Ärzte in Deutschland bei rund 486.200 ihrer Patienten eine Krebserkrankung neu feststellen. In mehr als jedem fünften Fall wird ein Urologe diese Diagnose treffen. Bei Männern bleibt die Prostata mit für dieses Jahr geschätzten 67.600 neuen Fällen weiterhin die häufigste Tumorlokalisation vor Darm (38.300) und Lunge (33.700). Mit noch größerem Abstand wird bei Frauen Brustkrebs mit 74.500 Fällen am häufigsten neu diagnostiziert werden, gefolgt von Darmkrebs (31.100) und Lungenkrebs (17.700). Das geht aus dem Bericht „Krebs in Deutschland 2007/2008“ hervor, der gemeinsam vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. jetzt in der 8. Ausgabe veröffentlicht wurde.

Für die aktuelle Ausgabe dieser Gesundheitsberichterstattung im Auftrage der Bundesregierung wurden erstmals Daten des 2010 neu entstandenen Zentrums für Krebsregisterdaten verwertet, die anonymisiert von den Landeskrebsregistern dorthin geliefert werden. Vor diesem Hintergrund ist bereits ein gewisser Anteil der ausgewerteten Daten für 2007 und 2008 das Ergebnis direkter Messungen der Anzahl der Neuerkrankungen. Für die Bundesländer Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und den Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen, in denen die Erfassung der Krebserkrankungen 2008 noch teils deutlich unter 90 Prozent Vollzähligkeit eingestuft wurde, floss ein entsprechend höherer Anteil geschätzter Daten ein als bei den anderen. Die Verfasser sehen sich auf einem guten Weg, in absehbarer Zeit komplett vom Schätzen zum Zählen der jährlichen Krebsneuerkrankungen, ihrer Lokalisationen, ihrer Sterbe- und Überlebensraten, ihrer regionalen Verbreitung und anderer Aspekte zu gelangen.
Der Prostatakrebs ist auch 2008 mit etwa 63.400 Neuerkrankungen nicht nur die häufigste Krebsart unter Männern in Deutschland, sondern zugleich auch die dritthäufigste Krebstodesursache gewesen. Die hohe Zahl von Neuerkrankungen wird besonders auf die demografische Entwicklung zurückgeführt. Der Anteil älterer Männer an der Gesamtbevölkerung steigt. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko für Prostatakrebs zu. Nach den Daten des Berichts ist die Sterberate bei Prostatakrebs seit 2003 leicht rückläufig.

An oberflächlich wie infiltrativ wachsenden Tumoren der Harnblase erkrankten 2008 etwa 28.000 Menschen, gut ein Viertel davon waren Frauen. Auch hier steigen die Erkrankungsraten stetig mit dem Alter an. Nur etwa jede fünfte Erkrankung trat vor dem 65. Lebensjahr auf. Wichtigster Risikofaktor ist dem Bericht zufolge Tabakkonsum. Von den 14.500 Nierentumoren, die 2008 neu diagnostiziert wurden, waren in mehr als 5500 Fällen Frauen betroffen. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten bewegen sich laut Bericht seit Ende der 1990er-Jahre bei Männern und Frauen auf einem konstanten Niveau. Bei den Mortalitätsraten wird bei beiden Geschlechtern ein rückläufiger Trend beobachtet. 
Anders als bei den meisten Krebserkrankungen tritt der relativ seltene Hodenkrebs meistens in jüngerem Alter des Mannes auf - zwischen 25 und 45 Jahren. In dieser Altersgruppe ist es der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Als gesicherter Risikofaktor gilt der Hodenhochstand (Kryptorchismus), auch wenn er adäquat behandelt wurde. Weitere Risikofaktoren sind die Störung der männlichen Fruchtbarkeit und familiäre Vorbelastung. Laut Bericht wird seit Jahrzehnten ein Anstieg der altersstandardisierten Hodenkrebsinzidenz bei abnehmender Mortalität verzeichnet. 2008 erkrankten in Deutschland etwa 3970 Männer an Hodenkrebs.

Die insgesamt gute Datenlage, hier steht Deutschland auf einem vorderen Platz im internationalen Vergleich gestattet erstmals auch eine zuverlässige Prognose für das Jahr 2012 die den beschriebenen Trend auch für dieses Jahr bestätigt: Eine Zunahme der Tumorerkrankungen.  (wahlers/glimm)


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