Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

OP-Barometer 2011: Wachsende Patientengefährdung

25.02.2012. Die Gefährdung von Patienten in deutschen Operationssälen steigt. Vielfach stehe in den operativen Disziplinen nicht ausreichend OP-Pflegepersonal zur Verfügung - quantitativ und qualitativ. Zudem sei die Versorgung mit Sterilgütern unzureichend. Das geht aus den ersten Ergebnissen des OP-Barometers 2011 hervor, die das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Fachhochschule Frankfurt/Main veröffentlicht hat. „Bereits heute müssen viele Operationen – gerade auch wegen des Pflegemangels – verschoben oder von anderen Krankenhäusern erbracht werden“, so Prof. Thomas Busse, der Direktor des Zentrums.

24Für das OP-Barometer 2011 hatten mehr als 2000 OP- und Anästhesiepflegekräfte aus ganz Deutschland an der Befragung teilgenommen. 45 Prozent der Befragten sahen eine zunehmende Gefährdung der Patienten in den vergangenen zwei Jahren. Mehr als 90 Prozent konstatierten eine schlechte oder mittelmäßige Versorgung mit Sterilgütern. „Dieser Wert ist alarmierend und birgt einen hohen Handlungsdruck, gerade im Hinblick auf die unzähligen Skandale mit verunreinigtem OP-Besteck im letzten Jahr“, sagte Prof. Busse dazu.

Laut Prof. Busse litten Krankenhäuser zunehmend unter dem Personalmangel im OP-Bereich, um die steigende Zahl an Operationen dauerhaft bewerkstelligen zu können. Die Befragten selbst sehen weniger die Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste oder Überstunden als Ursachen für die ausbaufähige Attraktivität des Arbeitsplatzes. Für sie waren eher die geringe Wertschätzung für die geleistete Arbeit und organisatorische Defizite motivationsmindernd. Nur die Hälfte der Befragten ist mit der Organisation in ihrem OP-Saal zufrieden, ebenso wenige fanden den praktizierten Umgang miteinander in Ordnung. Leicht gesunken, von 56 (2009) auf 52 Prozent, ist die Zahl der Pflegekräfte, die den Beruf nicht mehr oder nur noch in einem anderen Krankenhaus ergreifen würden.

Das OP-Barometer ist eine alle zwei Jahre durchgeführte Befragung zur Arbeitssituation der Pflegekräfte im Operations- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern. Unter den mehr als 2000 Befragten für 2011 waren fast 60 Prozent OP-Pflegekräfte, knapp 30 Prozent Anästhesie-Pflegekräfte und gut zehn Prozent aus dem Bereich operationstechnische Assistenz.


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