Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Ärzte bei Erster Hilfe im Ausland auf der sicheren Seite

06.02.2013. Wenn Ärzte eine Reise tun, dann . . . lassen die meisten den Hippokratischen Eid nicht in der heimischen Praxis oder Klinik zurück. Selbst im Auslandsurlaub fühlen sie sich der ärztlichen Ethik verpflichtet und leisten Menschen in Unglücks- oder Notfällen Erste Hilfe. Aber wie steht es um die rechtliche Absicherung vor möglichen Folgen solchen Engagements im Ausland?

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Anders als in Deutschland, wo unterlassene Hilfeleistung generell ein strafrechtlich relevanter Tatbestand ist, sieht es in anderen Ländern aus. So wird besonders in Berichten aus den USA angesichts der dortigen Klagefreudigkeit und häufig abstrus hoher Schadenersatzforderungen des Öfteren zu Zurückhaltung und Vorsicht gemahnt. In vielen Ländern werden Helfer bei Notfällen jedoch per Gesetz vor möglichen Folgen geschützt. Grundsätzlich ist es angeraten, sich im Vorwege über die genauen Regelungen im ausgesuchten Zielgebiet detailliert zu informieren.

Ärzte, die bei Unfällen oder akuten Gesundheitsproblemen Erste Hilfe im Ausland leisten, sind in der Regel durch ihre Berufshaftpflicht gegen mögliche Fehler abgesichert, außer bei grober Fahrlässigkeit oder bei Vorsatz. Selbst ältere Versicherungsverträge decken dies ab. Gleichwohl wird im Internet häufiger geraten, besonders bei Notfällen in den USA einen Rettungsdienst zu alarmieren, statt selbst aktiv zu werden. Denn eine gesetzliche Verpflichtung zur Ersten Hilfe gibt es für Ärzte im angloamerikanischen Rechtsraum nicht, sofern zuvor noch kein Behandlungsverhältnis zu der hilfebedürftigen Person existierte. Zugleich ist die Bereitschaft zu Schadenersatzklagen durch Anwälte, die ausschließlich bei Erfolg honoriert werden, ausgeprägt. 

Vor diesem Hintergrund haben Bundesstaaten der USA Gesetze erlassen, die Helfer vor möglichen Regressansprüchen schützen sollen - die „Good Samaritan Laws“. Diese Gesetze gelten für Ärzte und medizinisch ausgebildetes Personal, sofern sie einzig aus privatem Engagement, ohne kommerzielle Interessen und ohne dienstlichen Auftrag vor Ort Erste Hilfe leisten. In einzelnen Bundesstaaten werden auch Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung durch sie abgesichert. Zahlreiche Staaten im mittleren Osten, in Asien, aber auch in Europa sowie in allen Bundesstaaten Australiens haben ähnliche Rechtsnormen zum Schutz „guter Samariter“ etabliert.  

Anders ist die Situation, wenn Ärzte ehrenamtlich in Katastrophen- und Krisenregionen tätig werden. Hier wird dringend empfohlen, zuvor mit den Versicherungen den Umfang der abgesicherten Risiken detailliert abzuklären. Spontane Erste-Hilfe-Leistungen am Urlaubsort und humanitäre Einsätze, besonders auch längere in Katastrophengebieten sind für Versicherer häufig zwei verschiedene Schuhe.

Hilfsorganisation, die medizinische Nothilfe in Krisengebieten leisten, sichern ihre Helfer umfangreich ab; „Ärzte ohne Grenzen“ etwa mit Privat- und Berufshaftpflicht sowie mit Auslandskranken-, Invaliden-, Berufsunfähigkeits-, Lebens-, Unfall-, Rückhol-, Gepäck- und Reiseversicherungen. In den meisten Staaten wird darauf bestanden, dass mit nationalen Versicherern entsprechende Verträge abgeschlossen werden. 

Text: ing DGU/BDU-Pressestelle


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