Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

DGU und Stiftung Urologische Forschung fördern Kinderurologie: Neue Stiftungsprofessur geht nach Ulm

08.11.2013. Angeborene urogenitale Fehlbildungen und Funktionsstörungen sind bei Kindern häufig. Allein rund 18 Prozent der bis zu achtjährigen Jungen sind von einer Phimose betroffen, einer Vorhautverengung, die im Säuglingsalter normal ist, sich aber bis zum fünften Lebensjahr von selbst gegeben haben sollte.

Die Korrektur erfolgt mittlerweile in den meisten Klinken durch eine ambulante Operation. Doch nicht alle Fehlbildungen und Funktionsstörungen sind mit einem kleinen Eingriff zu beheben. Hodenhochstand, Nierenaufstau sowie Fehlbildungen der Harnröhre, des oberen und unteren Harntraktes und des äußeren Genitals können nicht immer konservativ behandelt werden, sondern erfordern komplexe operative Maßnahmen, bestenfalls in Spezialkliniken.
Um das Behandlungsspektrum im Bereich der Kinderurologie zu erweitern, hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) gemeinsam mit der Stiftung Urologische Forschung die Berndt-Ulrich Scholz W3-Stiftungsprofessur für Kinderurologie ausgeschrieben. Eingeworben hat die Professur das Universitätsklinikum Ulm auf dem Michelsberg. Mit Professor Dr. Anne-Karoline Ebert hat die Uni-Klinik jetzt eine renommierte Kinderurologin in ihren Reihen, die eine Expertin bei der operativen Behandlung seltener Fehlbildungen ist, unter anderem dem Blasenekstrophie-Epispadie-Komplex. Das ist eine der schwersten angeborenen urogenitalen Fehlbildungen, die sich in einer offen nach außen liegenden Harnblase und einer Spaltung der Harnröhre manifestiert.
Professor Dr. Anne-Karoline Ebert hat zuvor als Leitende Oberärztin am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg das dortige universitäre Zentrum für Kinderurologie mit aufgebaut. Als eine der ersten Urologen in Deutschland hat die 46-Jährige die internationale Facharztweiterbildung, den Fellow of the European Academy of Paediatric Urology erworben. Ihr möglichst gering invasiver Ansatz beginnt bereits bei der Diagnostik, teilt die Uni-Klinik mit. „Ich möchte jedes Kind so behandeln, als wäre es mein eigenes“, kündigt die Kinderurologin an, die eng mit den Kollegen der Kinderklinik und der Anästhesie zusammenarbeitet. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie Ulm, Professor Dr. Mark Schrader, freut sich, mit Professor Ebert eine namhafte Kinderurologin gewonnen zu haben: „Damit können wir eine umfassende Versorgung auf höchstem Niveau sicherstellen. Das ist ein wichtiger Baustein zu einem internationalen kinderurologischen Spitzenzentrum.“
Die Berndt-Ulrich Scholz W3-Stiftungsprofessur für Kinderurologie wurde zum ersten Mal von der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Zusammenarbeit mit der Stiftung Urologische Forschung vergeben. Finanziert wird sie von der Stifterfamilie Scholz.

(fm)


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