Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Digitale Kommunikation im Netz? Ja, aber sicher! Bundesärztekammer bietet eine praktische Anleitung für den Umgang mit sozialen Medien

30.05.2014. Schwierige Patienten, ungewöhnliche Diagnosen, peinliche Leiden oder medizinische Details: Immer mehr Ärzte und Medizinstudenten tauschen sich über ihren Beruf in sozialen Netzwerken aus. Die Vorteile von Facebook, Twitter, Chaträumen oder Blogs sind auch für Mediziner groß, bieten sie doch Möglichkeiten für einen Austausch von Erfahrungen, für die eigene Fort- und Weiterbildung, für gemeinsame ärztliche Arbeit an komplexen Krankheitsbildern und zur allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung.

 Doch die Nutzung sozialer Medien, besonders von interaktiven gemeinschaftlichen Internet-Plattformen, birgt gerade für diese Nutzergruppen zahlreiche Risiken – in erster Linie hinsichtlich des vertrauensvollen Arzt-Patient-Verhältnisses, das geschützt werden muss, und der Anforderungen des Datenschutzes. Um Ärzte und Medizinstudierende für die datenschutzrechtlich und juristisch relevanten Besonderheiten der Kommunikation in sozialen Medien zu sensibilisieren und beruflichen sowie ethischen Konflikten vorzubeugen, hat der Telematikausschuss der Bundesärztekammer eine Handreichung mit dem Titel „Ärzte in sozialen Medien“ erarbeitet. Anhand von zehn Fallbeispielen zeigt sie auf, welche Probleme für Ärzte und Medizinstudierende bei der Nutzung sozialer Medien entstehen können und wie man ihnen vorbeugen kann.

Da wird zum Beispiel von einem Krankenhaus-Arzt berichtet, der auf seiner Seite eines sozialen Netzwerkes detailliert über einen tragischen Krankheitsverlauf informiert, ohne den Patientennamen oder das Krankenhaus zu nennen – und sich hinsichtlich seiner Schweigepflicht sicher fühlt. Dennoch konnte ein Angehöriger bei einer Internet-Recherche über das Krankenhaus Rückschlüsse ziehen und das Posting über den Krankheitsverlauf letztlich dem Patienten zuordnen. Der Anonymisierungsversuch war gescheitert. In einem weiteren Fall wird geschildert, dass ein Assistenzarzt seine Oberärztin in einem sozialen Netzwerk als „blöde alte Stasi-Schnepfe“ bezeichnet hat. Ein Kollege der beiden hatte den Eintrag gesehen und informierte die Krankenhausleitung. Die Konsequenz: Der Schreiber wurde für sechs Wochen vom Dienst suspendiert.

Text: DGU/BDU-Pressestelle

Wie aber anonymisiere ich Informationen so, dass die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt? Was muss ich in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit beachten? Wie kann ein interkollegialer Austausch im Internet idealerweise aussehen? Wo verläuft die Grenze zwischen allgemeiner Gesundheitsaussage und unerlaubter Fernbehandlung? Das sind nur einige der Fragen, die hier ausführlich und stets mit ergänzenden Beispielen beantwortet werden. Wobei die Handreichung nicht von der Nutzung sozialer Medien abhalten will – im Gegenteil, wie Dr.med Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Telematikausschusses der Bundesärztekammer betont: „Wenn die Regeln beachtet werden, spricht nichts gegen eine breitere Nutzung sozialer Medien. Wenn ein Großteil der Kommunikation heute in sozialen Medien stattfindet, sind diese Kanäle auch für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung nutzbar und bedeutsam.“ Im Zentrum stehe jedoch auch in Zukunft das direkte und persönliche Arzt-Patientengespräch, das ein Höchstmaß an Vertraulichkeit garantiere.

Die Handreichung "Ärzte in sozialen Medien" basiert auf den Empfehlungen des 15. Deutschen Ärztetages und des Weltärztebundes und kann über folgenden Link als PDF-Dokument heruntergeladen werden: http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Aerzte_in_sozialen_Medien.pdf

Text: DGU/BDU-Pressestelle

 


Pressestelle

Informationen zu den Meldungen:

Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm
Tel: 040 - 79 14 05 60
Fax: 040 - 79 14 00 27
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de