Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Neue Kurzinformation für Patienten: „Soll ich an einer klinischen Studie teilnehmen?“ – Wichtige Entscheidungshilfen

07.04.2014. In den letzten fünfzig Jahren wurden erstaunliche Fortschritte in der Medizin erzielt. Viele Krankheiten können heute mit modernen Untersuchungsgeräten rechtzeitig diagnostiziert und mit neuesten Methoden und Medikamenten behandelt werden - ein Segen für die Betroffenen. Doch auch wenn die medizinische Forschung gut aufgestellt ist, gibt es nur für etwa ein Drittel aller bekannten Erkrankungen eine wirksame Behandlungsmöglichkeit.

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Daher müssen immer wieder neue, sichere und bessere Therapiemethoden gefunden werden. Das geeignete Instrument dafür sind klinische Studien. In der klinischen Forschung beschäftigen sich wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte mit der Frage, wie Erkrankungen besser erkannt, besser behandelt oder sogar verhindert werden können. Es wird außerdem geprüft, wie wirksam, verträglich und sicher eine neue Behandlung ist. Darüber hinaus gibt es Studien, in denen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen werden, wie zum Beispiel in der Urologie in der aktuellen PREFERE-Studie. In der weltweit größten Untersuchung zum lokal begrenzten Prostatakarzinom werden erstmalig alle zurzeit gängigen Therapieoptionen miteinander verglichen (www.prefere.de). All diese Studienaktivitäten können nur unter direkter Einbeziehung von Patientinnen und Patienten erfolgen. Aus dem Grund spricht man auch von „patientenorientierter Forschung“.

Viele Betroffene haben große Bedenken, an einer Studie teilzunehmen, fühlen sich als „Versuchskaninchen“ und unwägbaren Risiken ausgesetzt. Doch klinische Studien stehen nicht am Anfang der biomedizinischen Forschung. Sie finden vielmehr dann statt, wenn es für eine neue Behandlung oder für eine neue diagnostische Methode Grund zu der Annahme gibt, dass künftigen Patientinnen und Patienten damit spürbar geholfen werden kann. Bevor Medikamente oder Behandlungen am Menschen erprobt werden, untersuchen Forscher eine neue Methode umfassend. Erst wenn sie sich als sicher herausgestellt hat, werden Menschen direkt in die Forschung einbezogen. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, ob die Studie ethisch vertretbar ist und ob die strengen, gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, prüft zuvor eine Kommission aus Medizinern, Ethikern, Juristen, Theologen und oft auch Patientenvertretern sehr genau.

Jede gut durchgeführte Studie trägt dazu bei, die Versorgung der Erkrankten zu verbessern. Das gilt übrigens auch dann, wenn sie zu der Erkenntnis führt, dass sich eine Behandlung als nicht wirksam oder weniger sicher als erhofft erweist. Bevor sich ein Patient bereit erklärt, teilzunehmen, sollte er sich vorab gründlich informieren, die Vor- und auch Nachteile kennen und für seine persönliche Situation abwägen. Hintergrundwissen und Entscheidungshilfen bietet die Kurzinformation „Klinische Studien“, die das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt hat. Übersichtlich und verständlich wird erläutert, was klinische Studien sind, warum es verschiedene Studientypen und welche Vor- und Nachteile es für die Teilnehmer gibt. Das Informationsblatt will aufklären, aber auch Mut machen. Denn klinische Studien sind für den medizinischen Fortschritt elementar - und vor allem nicht möglich ohne die Teilnahme von Patienten.

Die Patienteninformation ist unter folgendem Link im Internet abrufbar:

www.patienten-information.de/mbd/downloads/kip/aezq-version-kip-klinische-studien.pdf

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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