BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder macht Mut zur Niederlassung

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Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 04. Dezember 2014|Aktualisiert am 06. April 2017

BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder macht Mut zur Niederlassung: „Die eigene Praxis bedeutet Berufsfreiheit und Lebensqualität“

1. Herr Dr. Schroeder, die 60-Stunden-Woche ist für junge Mediziner tabu: Gibt es niedergelassene Urologen mit ausgeglichener Work-Life-Balance?

Der Urologe in der Niederlassung arbeitet als Vertragsarzt durchschnittlich 54 Wochenstunden. Das ist ein realistischer Zeitaufwand. 60 Stunden und mehr sind auch in der eigenen Praxis nicht erstrebenswert und in der Regel auch nicht erforderlich. Pflicht für einen Vertragsarzt sind 19 Sprechstunden pro Woche. Urologische Praxis und Familie bzw. Freizeit schließen sich nicht aus. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist auch in der Niederlassung zu realisieren. Außerhalb der Sprechstundenzeiten ist die Arbeitsbelastung in der Niederlassung geringer als in der Klinik, da es keine Wochenend- und Nachtdienste gibt. Wenn überhaupt, ist der Vertragsarzt in seltenen Fällen im ärztlichen Notdienst verpflichtet. Dies gestaltet sich noch ausgeglichener in einer Gemeinschaftspraxis als in einer Einzelpraxis.

2. Bitte nennen Sie drei Gründe, die heute für einen Lebensweg als niedergelassener Facharzt für Urologie sprechen!

Das sind die Berufsfreiheit, der niedergelassene Facharzt als freier Beruf, die Selbständigkeit mit Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.

3. Welche Optionen gibt es, und wie finden Assistenzärztinnen und  -ärzte das passende Niederlassungsmodell?

Passende Niederlassungsmodelle hängen von den Rahmenbedingungen der Vertragsärzte und individuellen Bedürfnissen ab. Dazu gehören die Zulassungsbedingungen, der Praxisort (Stadt/Land) aber auch Strukturen wie Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis/Praxisgemeinschaft örtlich und/oder überörtlich.

Die persönliche Qualifikation prägt den Gestaltungsrahmen nicht unerheblich z.B. in der Tätigkeit des Belegarztes. Qualifikationen und Zulassungen z.B. zum ambulanten Operieren, zur medikamentösen Tumortherapie usw. erweitern das Tätigkeitsspektrum eines Facharztes für Urologie in der Niederlassung. Entscheidend ist auch ob, ich eine Praxis neu gründe oder eine Praxis übernehme, was heute der Regelfall ist. Der Berufsverband bietet in Kooperation mit der GESRU und der JuniorAkademie ein entsprechendes Forum für Urologinnen/Urologen in der Niederlassung.

4. Welche Form der Niederlassung können Sie speziell jungen Urologinnen mit Ambitionen auf ein Familienleben empfehlen?

Das hängt schon von den individuellen Ansprüchen und Bedürfnissen ab. Kooperative Praxisstrukturen sind eher der Garant von mehr Freizeit und somit eine Voraussetzung  für Ambitionen auf mehr Familienleben. Das Vertragsarztrecht und die Zulassungsbestimmungen ermöglichen deshalb auch eine Teilung des Kassenarztsitzes  bis auf ein Viertel. 

5. Welche Hilfen leistet der BDU bei der Niederlassung?

Bei der individuellen Praxisberatung arbeitet der Berufsverband der Deutschen Urologen mit unserer Servicegesellschaft, dem Bund der Urologen e.G., zusammen. Dieser bietet mit entsprechenden Kooperationspartnern Seminare und Workshops im Rahmen der Niederlassung (Praxisübernahme/Praxisabgabe) an.

6. Sind für 2014 bereits weitere Niederlassungs-Seminare geplant?

Wir setzen diesen Service-Bereich für unsere Mitglieder 2014 im Rahmen des Urologischen Sommerforums im Juni auf Sylt fort und werden ebenfalls wieder auf dem DGU-Kongress im Oktober einen Workshop anbieten. Alle aktuellen Termine sind den BDU-Mitteilungen in „Der Urologe“, dem BDU-Newsletter sowie, fortlaufend aktualisiert, der Homepage von DGU und BDU unter www.urologenportal.de zu entnehmen.

Das Interview führte die BDU-Pressestelle