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Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 02. Januar 2015|Aktualisiert am 06. April 2017

BDU-Empfehlungen

zu Fragen der Richtlinien der BÄK zur internen und externen Qualitätssicherung und den neuen Richtlinien des RKI zur Anforderungen der Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

Ob es nun die Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) und/oder die Kommission für Krankenhaushygiene des Robert Koch Institutes (KrinKo) sind: man muss feststellen, dass der Bezug zur Praxistauglichkeit oftmals fehlt. Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass der BDU gegen eine qualifizierte, qualitätsgesicherte ambulante Versorgung ist - uns ist besonders wichtig, dass sie auch praxisrelevant und praxistauglich ist. Hier sind die sinnvollen Richtlinien der BÄK zum Spermiogramm zu nennen, aber auch die praxisferne Qualitätssicherung des Urinteststreifens oder des Harnsedimentes. 

In diesem Zusammenhang vertritt der BDU die Position, dass der Harnteststreifen und das Zählkammerverfahren zur patientennahen Sofortdiagnostik zählen und lässt nun prüfen, ob das „point-of care-testing“ nicht ebenso für das Harnsediment zutrifft. 

Ferner ist in diesem Zusammenhang die automatisierte Aufbereitung von Medizinproduktenzu nennen: Nach den im Oktober 2012 veröffentlichen Richtlinien des RKI, ist die Aufbereitung von Endoskopen unverändert manuell mit Unterstützung von Desinfektionsgeräten und maschinell zulässig. Es gibt keinen Grund, von der manuellen Aufbereitung als bestehendes System abzuweichen, wenn es einwandfrei funktioniert: Bei korrekter Durchführung eines zuverlässigen Desinfektionsverfahren allerdings mit entsprechendem Personal und Dokumentationsaufwand. 

Diese Richtlinien sind verbindlich für alle medizinischen Einrichtungen, d.h. für jedes Krankenhaus und jede Arztpraxis, aber auch für die Gerätehersteller und die Überwachungsbehörden. Die KrinKo kann nicht alle Aspekte fachspezifisch und praxisnah regeln. Die Auslegung bzw. die Anforderungen, die von Behörden, aber auch von der Industrie an die urologischen Praxen gestellt werden, sind dadurch sehr unterschiedlich und nach den Berichten aus den Praxen nicht immer konform mit den Richtlinien. Der Länderarbeitskreis, der für ein einheitliches Verwaltungshandeln der für die Überwachung zuständigen Behörden zuständig ist, kann nicht zu allen Fragen, insbesondere nicht zu den für die urologischen Praxen wichtigen Fragen zeitnah Empfehlungen aussprechen. 

Wir wollen mit einem künftigen BDU-Positionspapier die Punkte benennen, die für die praxisnahe und praxistaugliche Umsetzung der RKI-Richtlinie zu beachten sind und damit gleichzeitig einen Beitrag zu einem sachgerechten, einheitlichen Verwaltungshandeln leisten. 

Der BDU möchte auch bewirken, dass Defizite der MP-Hersteller nicht einseitig zu Lasten der Betreiber ausgelegt werden und in dem Zusammenhang betonen, dass die normenkonforme Umsetzung der geltenden Vorschriften im eigenen Interesse ist. 

Qualitätssicherung ja, aber praxistauglich und sinnvoll. Allerdings muss sich dann auch der Mehraufwand der Qualitätssicherung, mit einem erheblich höheren Mehraufwand in der Bewertung des Honorar - sei es im EBM und in der GOÄ -wiederspiegeln. 

Deshalb verlangt der BDU von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einen kritischen Dialog mit der Bundesärztekammer, um praxistaugliche Prozesse zur Qualitätssicherung zu definieren und er verlangt Verhandlungen mit den Kostenträgern, für eine angepasste Honorierung aufgrund des Mehraufwandes. 

Dr. Axel Schroeder

BDU-Präsident
drschroeder(at)bdu-praesident.de