Telematikinfrastruktur - Die Zurückhaltung aufgeben!

Autor: |Veröffentlicht am 12. Februar 2018|Aktualisiert am 14. Februar 2018

12.02.2018. Wiederholt haben wir als BvDU e.V. im letzten Jahr empfohlen, sich rechtzeitig mit der Einführung der Telematikinfrastruktur zu befassen. Die Frist für den Ausschluss endet jetzt nach Verlängerung zum 31. Dezember 2018. An der Terminierung der Abstaffelung gibt es nichts mehr zu rütteln, da der Gesetzgeber auf diese Weise die Digitalisierung vorantreiben möchte und die Verhandlungen abgeschlossen sind. Ob wir noch eine weitere Fristverlängerung erreichen, ist fraglich.

Was also tun im Rahmen der Etablierung der Telematikinfrastruktur (TI)?
Derzeit ist nur wenig klar und berechenbar, dennoch nimmt der Druck auf die Arztpraxen stetig zu, denn die Fristen für die Förderung laufen weiter.

Als Berufsverband der Deutschen Urologen versuchen wir natürlich, die Entwicklung zu beobachten und Tendenzen zu erkennen. In den kommenden Wochen wollen weitere Anbieter mit zertifizierten Konnektoren an den Markt kommen, auch wenn derzeit lediglich die CompuGroup mit ihrem Unternehmen CGM in der Lage ist, tatsächlich Installationen vorzunehmen.

Ungeachtet der immer noch nicht befriedigenden Angebotslage bei den Konnektoren empfiehlt das Präsidium des BvDU, die Zurückhaltung hinsichtlich der Etablierung der TI in der eigenen Praxis aufzugeben. Zwar steht immer noch im Raum, dass sich die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Förderung verändern können. Allerdings steht zu befürchten, dass diese Änderungen, wenn überhaupt nur marginal ausfallen. Auch darauf zu warten, dass die Konnektoren im Preis sinken, könnte ein Trugschluss sein, wenn die Fördermittel tatsächlich über die kommenden Monate sukzessive reduziert werden.

Es ist auch bereits jetzt nahe liegend, dass gegen Ende der Frist ein Engpass bei den Installations-Kapazitäten entstehen wird. Auch wenn es noch Fristveränderungen geben sollte, sind viele last-minute-Installationen absehbar, bei dann wiederum geringeren Fördermitteln.

Wir empfehlen als Berufsverband daher folgendes Vorgehen: Sprechen Sie zeitnah Ihr Softwarehaus an, und lassen Sie sich über dessen Zeitplan zur Installation der IT informieren. Vielleicht gibt es auch bei Ihnen regionale Organisationen mit entsprechenden Technologiepartnern wie z.B. in Norddeutschland von der ÄG-Nord (www.aeg.nord.de).

Erkundigen Sie sich, ob Ihre vorhandene technische Ausstattung den Anforderungen der TI genügt oder weitere Investitionen erforderlich werden.

Die benötigten Komponenten für Ihre Praxis – wenn noch nicht geschehen - sollten Sie umgehend bestellen. Dabei sollten Sie mit dem Anbieter so verhandeln, dass die Kosten des Konnektors (und aller weiteren förderfähigen Komponenten) die Höhe der Förderbeträge nicht übersteigen. Die vom Gesetzgeber vorgegebene gestaffelte Abstufung der Förderbeträge berechnet sich u.a. vor dem Hintergrund der marktgesteuerten Preissenkung der notwendigen Komponenten und zielen darauf ab, dass Sie auch jetzt noch eine kostenneutrale Implementierung der neuen Technik zu diesem Zweck vornehmen können.

Auf jeden Fall sollten Sie sich mit dem Thema befassen, um nicht unangenehm überrascht zu werden. Weitere Informationen zur TI finden Sie hier auf der Homepage der unter KBV.

Dr. Axel Schroeder, BvDU-Präsident