SpiFa fordert: Minister Gröhe soll jetzt auf die Ärzte zugehen

Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 04. Dezember 2014|Aktualisiert am 06. April 2017

SpiFa fordert: Minister Gröhe soll jetzt auf die Ärzte zugehen

Presseinformation des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa) e.V.

FAZ: Kassen sehen gegenwärtig keinen Nutzen in elektronischer Gesundheitskarte (eGK
SpiFa fordert: Minister Gröhe soll jetzt auf die Ärzte zugehen

Berlin, 20.05.2014 – Eine einseitige Schuldzuweisung und Sanktionsandrohung gegen Ärzte weist der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands deutlich zurück: „Die Federführung beim eGK-Projekt liegt bei den Kassen, die eingeräumt haben, die Komplexität unterschätzt und den gegenwärtigen Nutzen überschätzt zu haben. Erst 2018 soll die Karte ihre eigentliche Funktion erfüllen können – aus rein technischen Gründen erst so spät –, dazu können die Ärzte nichts. Warum jetzt die Politik die Ärzte dafür sanktionieren will, ist völlig unverständlich und abzulehnen. Man prangert die Ärzte an, meint aber die Kassen – dann bitte direkt richtig adressieren: Der GKV-Spitzenverband hat seinen Sitz in Berlin, Adresse bekannt“, reagiert SpiFa Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann auf die eskalierende Diskussion um die elektronische Gesundheitskarte (eGK). 

Der SpiFa fordert die Politik auf, mit den Ärzten das Gespräch zu suchen, statt mit Sanktionen die Partner eines ohnehin verfahrenen Kassenprojekts gegeneinander zu treiben: „Die Ärzte werden im Alltag die administrative Hauptlast tragen. Und dies gibt ihnen alles Recht, dafür im Vorfeld zu sorgen, dass ihre Praxen nicht zu einer Verwaltungsstelle der Kassen degradiert werden.“ Die Kassen bauen ja teils gegenwärtig heftig Personal ab, so dass die Vermutung naheliegt, dass die eGK als eine Art virtuelle Versichertenverwaltung dienen soll und die MFAs als günstige Zuarbeiterinnen fungieren. „Wer, wie die Politik und die Kassen, heute eine Terminnot an der Realität vorbei konstruiert und den Praxen u.a. mit der eGK zusätzlich Arbeit aufnötigen will, die weiteren Stau in den Praxen erzeugen wird, der leistet keinen konstruktiven Beitrag“, so Lars F. Lindemann. Im Übrigen entzündet sich der gegenwärtige Streit und die Ungeduld der Politik an Nichtigkeiten: Die Karte kann gegenwärtig nichts außer dem Abgleich von Adressen – erst in vier Jahren soll sie wirklich funktionsfähig sein: „Warum bitteschön die Aufregung, warum wieder mit dem Sanktionsfinger auf die Ärzte zeigen. Es ist genügend Zeit, das Projekt in ruhigem Fahrwasser zu entwickeln“, erklärt der SpiFa Hauptgeschäftsführer. Da auch die Kassen noch nicht flächendeckend die neue Karte ausgesendet haben, müssen die Praxen auch die alte Karte akzeptieren.

Joachim Stier
Pressesprecher
Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V.
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