SpiFa: Fachärzteschaft fordert feste Preise und kein Gängelband

Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 04. Dezember 2014|Aktualisiert am 06. April 2017

SpiFa: Fachärzteschaft fordert feste Preise und kein Gängelband

Berlin, 03.09.2014 –  Das diesjährige Verhandlungsergebnis zwischen dem GKV Spitzenverband ergibt im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen keine signifikante Abweichung – weder nach oben noch nach unten. „Es weist zaghaft in Richtung fester Preise für fachärztliche Leistungen, befriedigt jedoch außer die gesetzlichen Krankenkassen niemanden“, erklärt Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) e.V. Ob mit oder ohne Ärzteprotest, die nahezu gleichlautenden Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache. Unter dem Budgetdeckel gibt es keine Entwicklung.

Diese jährlichen Rituale sind ermüdend. Weder Patienten noch Ärzteschaft können zufrieden sein. Nur der GKV Spitzenverband meint, Großes geleistet zu haben. „Mit einem um 0,14 Cent gesteigerten Orientierungspunktwert darf sich jeder Arzt von den Kassen veralbert vorkommen“, so Lars F. Lindemann. „Darin liegt weder die Refinanzierung der gestiegenen Praxiskosten noch das Potential, sich den stetig steigenden technischen und qualitativen Anforderungen stellen zu können. Von positiver Motivation braucht man gar nicht mehr zu reden, man würde sich schlicht lächerlich machen.“

„Nach wie vor sind die von den gesetzlich versicherten Patienten in Anspruch genommenen fachärztlichen Leistungen unterfinanziert. Darum war es richtig, dass die KBV Spitze die daraus entstehende Finanzierungslücke von jährlich fünf Milliarden Euro im Vorfeld der Verhandlungen auch benennt. Dass die Kassen nicht bereit sind, diese Lücke zu schließen, haben sie erneut unter Beweis gestellt. Mit ihrer ständigen Verweigerungshaltung nutzen die Kassen die Ärzteschaft schlicht und ergreifend aus, was endlich ein Ende haben muss“, kritisiert der SpiFa Hauptgeschäftsführer.

Der stets vor jeder Verhandlung von den Kassen erhobene Vorwurf, der Ärzteschaft ginge es nur um ihr Einkommen, soll schlicht davon ablenken, dass die Kassen keine Zusatzbeiträge erheben wollen.  „Es geht nicht um das Arzteinkommen, sondern die Finanzierung der von den gesetzlich Versicherten in Anspruch genommenen und erbrachten Leistungen. Wenn die Kassen diese Leistungen nicht bezahlen wollen oder können, dann ist es nicht Aufgabe der Ärzteschaft dies den Versicherten zu erklären, sondern die der Kassen und am Ende der Politik“, so Lindemann. „Wer darauf verzichtet, die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu steuern, der sollte zunächst seiner Verantwortung gerecht werden, als stets nur mit dem Finger auf andere zu zeigen.“

Als weiteren Schritt in Richtung einer angemessenen und nachvollziehbaren Honorierung ärztlicher Leistungen, wird es bei der EBM Reform um den kalkulatorischen Arztlohn gehen. „In den anstehenden EBM-Verhandlungen muss die Ärzteschaft geschlossen handeln und den Kassen wie auch der Politik ein klares Stoppsignal senden. Eine vernünftige Einigung zum kalkulatorischen Arztlohn und dem Einziehen von festen Preisen als neue Struktur, muss das Ziel sein. Die Messlatte liegt hoch“, mahnt Lars F. Lindemann.

201320142015
Orientierungs-Punktwert270-290380462
HÄ + FÄ Grundversorgung250140264
Summe520-540520726
Ausdeckelung Psychoth.130  
MGV Veränderungen330-45070-28068-120
Gesamtvolumen1.130-1.270590-800826


Abschlüsse 2013 bis 2015 in Mio. €
MGV = Morbiditätsorientierte Gesamtvergütung; festgesetzter Wert, nicht verhandelbar.
Pressemitteilung: Spitzenverband Fachärzte Deutschland (SpiFa) e.V.