Editorial: BDU optimiert mit dem Arbeitskreis „Angestellte Ärzte“ die Interessenvertretung angestellter Urologinnen und Urologen

Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 04. Dezember 2014|Aktualisiert am 06. April 2017

BDU optimiert mit dem Arbeitskreis „Angestellte Ärzte“ die Interessenvertretung angestellter Urologinnen und Urologen

Editorial von BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder   

Düsseldorf, 25.05.2014. Das Präsidium hat beschlossen, einen Arbeitskreis „Angestellte Ärzte“ im Berufsverband einzu­richten, um deren spezifische In­teressen in der Berufs- und Stan­despolitik gezielter zu vertreten. Seit dem Vertragsarztände­rungsgesetz haben wir heute nicht nur angestellte Berufsver­bandsmitglieder in den Kliniken, sondern immer mehr Mitglieder in Medizinischen Versorgungs­zentren und auch in den Praxen. Der direkte Weg in die Niederlas­sung ist noch die Regel, aber auch der Einstieg über ein vorüberge­hendes Angestelltenverhältnis bildet für viele eine Brücke in die spätere Selbstständigkeit.

In der jungen Ärztegenera­tion vollzieht sich ein Wertewan­del, der mit einer calvinistischen Arbeitsmoral nicht mehr in Ein­klang zu bringen ist. Das ist auch gut so: Ärzte haben ein Recht auf Freizeit und Familie. Das mag zwar banal klingen, ist leider aber noch lange nicht selbstverständ­lich. Der Wunsch auf Selbstver­wirklichung jenseits der Arbeit wird immer mehr eingefordert. Dazu gehören der Anspruch auf feste Arbeitszeiten, ein kalkulier­bares Einkommen und dem En­gagement angemessene Arbeits­bedingungen. Das macht die me­dizinische Versorgung allerdings nicht leichter und bedarf innova­tiver Lösungen. Der notwendige Nachwuchs für das Fach Urolo­gie lässt sich u.a. nur durch deut­lich verbesserte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit für unsere jungen Ärztinnen und Ärzte motivieren: Dafür werden wir als Berufsverband kämpfen.  

Die ärztliche Selbstverwal­tung wird künftig angestellte Ärz­te als Vertreter in den regionalen KVen aufnehmen. Laut Koali­tionspapier soll in den KVen ob­ligat ein beratender Fachaus­schuss für angestellte Ärzte in der ambulanten Versorgung ge­bildet werden.  

Insofern ist es ein konsequen­ter Beschluss des BDU, diese Mit­gliederinteressen in einem spe­ziellen Arbeitskreis zu bündeln. Die erste konstituierende Sitzung wird im Mai stattfinden, sodass dieser Arbeitskreis zeitnah seine Tätigkeit aufnehmen kann.  

Wir freuen uns auf diese unterstützende Kraft im Berufs­verband und stellen unsere Be­rufs- und Standespolitik damit auf eine zusätzliche Säule zur Zu­kunftssicherung unseres Faches.  

Neue Herausforderungen er­warten uns aktuell im Kliniksek­tor. Die dritte schwarz-rote Koali­tion stellt in dieser Legislaturpe­riode die stationäre Versorgung auf den Prüfstand: Von Fehler­management und Qualität in der Versorgung geht es über Men­genausweitungen und Bettenab­bau rund um den Krankenhaus­sektor. Hier bedarf es berufspoli­tischer Antworten und Konzep­te, an denen wir bereits arbeiten.