Unterstützung der PREFERE Studie

PREFERE - Alle Informationen

Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 09. Januar 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

Unterstützung der PREFERE Studie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Urologie und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen,

die anhaltende Diskussion um die PREFERE Studie veranlasst uns, auf Folgendes hinzuweisen:

Die Frage der Therapie bzw. angemessenen Vorgehensweise beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom ist wissenschaftlich nicht geklärt. Ob Männer mit einem begrenzten Gleason 6 oder Gleason 7a Prostatakarzinom radikal operiert oder bestrahlt werden oder besser eine Brachytherapie oder Active Surveillance erhalten sollten, ist aufgrund der Studienlage nicht zu entscheiden. Wir haben dazu meist zwar eine eigene Meinung, aber wir sollten anerkennen, dass dies lediglich eine Meinung ist. Daher kann auch niemand wissen, welche  Methode unterlegen ist und  was man Männern in dieser Situation ernsthaft raten sollte.

Um diese Frage zu klären, ist die PREFERE Studie entstanden. Eine Besonderheit dieser rein deutschen einmaligen Studie ist, dass Krankenkassen  eine Studie mitfinanzieren.

DGU und BDU halten die Fragestellung der PREFERE Studie weiterhin für aktuell und wichtig.

Bislang rekrutiert die PREFERE Studie zu wenige Teilnehmer. Nur ein für PREFERE geeigneter Patient, der auf die ungeklärte Frage der bestmöglichen Therapie hingewiesen wird, ist adäquat aufgeklärt. Von geplanten 7.600 Männern sind bisher etwas über 200  in die Studie eingeschlossen worden. Vielleicht ist die Geschwindigkeit, mit der über 7.000 Männer überzeugt werden können, sich für mindestens zwei Therapiearme randomisieren zu lassen, überschätzt worden. Aber die bislang  geringe Rekrutierung führt jetzt dazu, dass auch die Kassen und die Deutsche Krebshilfe   ihr weiteres finanzielles Engagement für die PREFERE Studie überdenken und infrage stellen.

Ein Scheitern der PREFERE Studie wäre ein großer Schaden für Patient und Arzt. Die Chance, eine wichtige Frage zur Therapie des Prostatakarzinoms zu beantworten, wäre wohl vertan. Und wir könnten Patienten mit Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom immer noch nicht genau sagen, welcher Therapiearm der unterlegene ist. Daher möchten wir alle unsere Mitglieder nachdrücklich bitten:

Klären Sie alle Männer mit Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom darüber auf, dass niemand wissen kann, welche  die beste Option für sie ist. Informieren Sie diese Männer  über die Möglichkeit der PREFERE Studie, der größten deutschen Krebsstudie. Und bei Interesse, rekrutieren Sie ihn oder führen sie ihn an eines der PREFERE-Studienzentren zur weiteren Beratung und Rekrutierung.

So  zeigen wir, dass die deutschen Urologen  willens sind,  diese  wichtige Frage der bestmöglichen  Behandlung bei maximaler Lebensqualität für unsere Patienten zu klären. Darum bitten wir Sie alle.

Prof. Dr. Oliver Hakenberg
Generalsekretär der DGU

Dr. Axel Schroeder
Präsident des BDU