PREFERE – Chance statt Scheitern - BDU-Stellungnahme

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Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 09. Januar 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

PREFERE – Chance statt Scheitern - BDU-Stellungnahme

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Nerven liegen blank bei den Förderern und Verantwortlichen dieser einmaligen Studie. Statt aus Fehlern zu lernen, hagelt es Schuldzuweisungen. Anders kann man die Auseinandersetzungen der Beteiligten an diesem Studienprojekt nicht erklären. Keine Mühen und Kosten werden von den Beteiligten gescheut, um diese
Studie in Deutschland zu etablieren – ein bisher einmaliger Vorgang.

Doch die Anlaufphase dieser Studie ist schleppend und für alle Verantwortlichen enttäuschend. Aber es sollte den Initiatoren dieser ambitionierten Studie bekannt gewesen sein, als sie dieses Schwergewicht von präferenzbasierter, vierarmiger Studie zum Prostata-Karzinom vor sechs Jahren entwickelt und 2013 aufgestellt haben.

Als Berufsverband der Deutschen Urologen waren wir an der Abstimmung des  Studienprotokolls nicht beteiligt, sondern lediglich in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit aufgerufen, unsere Mitglieder in Klinik und Praxis über diese Studie zu unterrichten und die entsprechenden Patienten in dieser Sache zu informieren. Das haben wir wie folgt getan und halten daran fest:

Der BDU hält die Fragestellung der PREFERE Studie weiterhin für aktuell.

Nur ein PREFERE-geeigneter Patient, der auf die ungeklärte Frage der bestmöglichen Therapie hingewiesen wird, ist adäquat aufgeklärt.

Ein für PREFERE geeigneter Patient sollte anhand des Aufklärungsmaterials unvoreingenommen aufgeklärt werden und bei Wunsch an das Prüfzentrum vermittelt werden.

Entscheiden tut letztendlich der Patient. Dem deutschen Mann mit einem Niedrig-Risiko-PCA fällt es anscheinend schwer, seine Behandlungsentscheidung mehr oder weniger dem Zufall zu überlassen.
Auf dieses Problem im Versorgungsalltag haben wir im BDU frühzeitig hingewiesen – offensichtlich berechtigt, wie sich jetzt herausstellt.
Sollte sich nicht schlagartig die Rekrutierungszahl verbessern, sind wir als BDU bereit, an einer zielorientierten Umstrukturierung mitzuwirken, um das Studienziel aufrechterhalten zu können.

Verlassen wir die Fessel der Randomisierung und
wenden wir uns mit der ungeklärten Fragestellung der Strategie der Versorgungsforschung zu: Die Frage nach der zwischen bestmöglichem Behandlungserfolg hinsichtlich Rezidivfreiheit und Lebensqualität, bezüglich der nachteiligen Wirkungen der Behandlung, lässt sich bei der großen Zahl an Patienten auch ohne Zufallsprinzip klären. Das ist vermittel- und umsetzbar, schont Ressourcen und steigert die Effizienz.

Der Berufsverband setzt sich seit Jahren für Versorgungsforschung in der Urologie ein. Mit der so modifizierten Studie haben wir gemeinsam mit der Deutschen
Krebshilfe und den Krankenkassen Gelegenheit, einen konkreten Beitrag zu leisten und unterstützen die Bestrebungen des Gesetzgebers im Versorgungsstärkungsgesetz, Versorgungsforschung in Klinik und Praxis zu etablieren.

Ihr
Dr. Axel Schroeder

Präsident des BDU e.V. 

Lesen Sie hier auch die aktuelle Stellungnahme von BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zur PREFERE-Studie als Reaktion auf ein Schreiben der Deutschen Krebshilfe, des AOK-Bundesverbands, des vedk und des PKV.

Stellungnahme des BDU e.V. zum Download (317 KB)
Schreiben von DKH, AOK, vedk und PKV zum Download (449 KB)

Aktuelle Berichterstattung zur PREFERE-Studie:
Wichtiger Prostatakrebs-Studie droht das Aus - Ärzte Zeitung, 19.03.2015
Urologen sollen mehr Patienten in Studie einbeziehen - DÄ, 18.03.2015
Stöckle: Hippokratischer Eid gebietet Teilnahme - Biermann, 18.03.2015
Wichtigste deutsche Krebsstudie vor dem Aus - FAZ, 17.03.2015