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04.01.2006

Eberhard Gienger: "Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen"

Der Weltmeister am Reck von 1974 kennt weder Angst vor großen Höhen noch vor dem Urologen

Eberhard Gienger

Sein „Gienger-Salto“ machte ihn weltberühmt. Der nach ihm benannten Reckfigur verdankt der Ausnahme-Athlet viele seiner zahlreichen sportlichen Erfolge: darunter 36 Deutsche Meister Titel in den Jahren 1971 bis 1981, eine olympische Bronzemedaille 76 in Montreal, die Weltmeisterschaft am Reck 1974 in Varna. Heute macht Eberhard Gienger sich mit seinem Namen auch für mehr Gesundheitsbewusstsein, insbesondere für die Prostatakrebs-Früherkennung stark. „Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen und wenn jeder ein bisschen mehr auf sich achten würde, könnten wir manches persönliche Leid vermeiden und auch sehr viel an unserem Gesundheitssystem sparen“, sagt der Diplomsportlehrer, Marketing-Kaufmann mit eigener Pro-Motion-Agentur und sparsame Schwabe. „Wir sollten nicht soviel für Folgeschäden ausgeben, wenn es nicht sein muss“. Der wirtschaftliche Aspekt ist aber nur Teil seiner Motivation, sich mit Deutschlands Urologen für mehr Aufklärung in Sachen Männergesundheit zu engagieren. Gienger weiß, „dass man gute Heilungschancen hat, wenn man Prostatakrebs frühzeitig erkennt“ und dass es sich deshalb für jeden Mann lohnt, seine Ängste vor der Untersuchung beim Urologen zu überwinden.

Selbiges hat sogar den Mann, der am Reck noch immer eine exzellente Show bietet und als begeisterter Fallschirmspringer wahrhaftig keine Angst vor großen Höhen kennt, bereits über 3000 Sprünge absolvierte, schon vom Fernsehturm in Berlin sprang und am Nordpol vom Himmel fiel, einige Anstrengung gekostet. Der Tübinger war zwar daran gewöhnt, zwei Mal im Jahr zum Arzt zugehen und sich einem Generalcheck zu unterziehen. Schließlich gehörte das zum Spitzensportler-Alltag. Der Gang zum Urologen fiel ihm zugegebenermaßen aber dennoch schwer. „Als es hieß, ab 40 soll man zur Untersuchung gehen, dachte ich, ‚Na ja, du hast auch mit 40,5 oder 41 Zeit’. Im letzten Jahr habe ich es mit 54 nun endlich zum ersten Mal gemacht. Es ist beruhigend, zu wissen, dass alles in Ordnung ist – und in der Tat nur eine kleine Sache“, sagt er heute und will die Krebsfrüherkennung samt PSA-Testung nun jedes Jahr wiederholen.

Als Vater dreier Söhne setzt Eberhard Gienger auf Vorbildwirkung und darauf, dass die jungen Männer eines Tages lernen, den Frauen nachzueifern, die ja ab der Pubertät regelmäßig zum Gynäkologen gehen und damit ihre Risiken minimieren. „Wir Kerle müssen kapieren, dass auch der Urologe ein Arzt ist, vor dem ‚Mann’ keine Angst haben muss“, lacht er dank neugewonnener Erkenntnis.

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