Patienteninfo

20.06.2011

Ich habe Blut im Urin – was kann das bedeuten?

Frage: Ich habe Blut im Urin – was kann das bedeuten?

Antwort: Sichtbare Blutbeimengungen im Urin werden als Makrohämaturie bezeichnet und müssen stets urologisch abgeklärt werden. Die häufigsten Ursachen einer sichtbaren Blutbeimengung sind Entzündungen der Harnblase und können sehr gut und schnell antibiotisch behandelt werden. 
Für das Auge nicht sichtbare Blutbeimengungen werden als Mikrohämaturie bezeichnet. Jeder Mensch hat normalerweise wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin. Übersteigt die Anzahl ein bestimmtes Maß, so sind weiterführende urologische Untersuchungen sinnvoll, um Erkrankungen auszuschließen und zu behandeln.
Grundsätzlich können die Blutbeimengungen aus dem gesamten Bereich der ableitenden Nierenwege stammen, einschließlich der Niere, der Harnleiter, Harnblase, Harnröhre, beim Mann zusätzlich aus dem Bereich der Prostata und der Samenblasen.
Die genaue Erhebung der Krankengeschichte gibt dem Urologen erste Hinweise auf die mögliche Blutungsquelle. So können z.B. allgemeine Infektionen des Körpers zu Blutausscheidungen über die Nieren führen. Des Weiteren können angeborene oder erworbene Veränderungen im Sinne von Nierenzysten zu vermehrten Blutbeimengungen führen. Nieren-, Harnleiter-, bzw. Blasensteine oder kleinere Kristalle können durch mechanische Irritation die Schleimhäute verletzten.
Häufige Ursachen einer Mikrohämaturie können zudem akute oder chronische Entzündungen der Harnblase oder Prostata sein. Letztendlich können in seltenen Fällen auch gut- oder bösartige Tumore der ableitenden Harnwege zu Blutungen führen.
Auch sportliche Aktivitäten können durch Erschütterungen zu Blutbeimengungen führen.
Der Urologe wird nach einem ausführlichen Gespräch bei dem auch Begleiterkrankungen und regelmäßige Medikamenteneinnahmen erfragt werden sollten, erste weiterführende Untersuchungen veranlassen. Diese beinhalten eine sorgfältige körperliche Untersuchung, weiterführende Untersuchungen der Erythrozyten unter dem Mikroskop, Ultraschalluntersuchungen von der Niere etc.. Auch Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Nierenfunktion, weiterführende bildgebende Diagnostik mittels CT oder Blasenspiegelungen, incl. zytologischer Untersuchungen können indiziert sein.
Bei Erkrankungen, die mit Veränderungen des Nierengewebes einhergehen und die Nierenleistung stark einschränken sind weiterführende Untersuchungen bis hin zur Probeentnahme von Nierengewebe erforderlich. Hier arbeitet der Urologe Hand in Hand mit in der Nephrologie spezialisierten Internisten.
Insgesamt wird der Urologe eine  Mikrohämaturie sorgfältig abklären, um relevante  Befunde zu entdecken, die in der Regel sehr gut zu behandeln sind.